IT-Arbeitsmarkt Oberbayern

Im Süden scheint noch die Sonne

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
München und sein Umland gelten als wichtiger IT-Standort. Firmen wie Microsoft, Cirquent oder Audi suchen Nachwuchs.

"Der Großraum München gilt nach wie vor als Aushängeschild der ITK-Branche", sagt Stephan Pfisterer vom Branchenverband Bitkom. Hier sind Forschungseinrichtungen, große internationale IT-Firmen und namhafte Unternehmen angesiedelt. Eine 2007 veröffentlichte Studie untermauert das mit Zahlen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern analysierte zusammen mit dem Referat für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München die Bedeutung der Branche für die Region. Mehr als 20.000 IuK- sowie Medienunternehmen sind in Stadt und Landkreis angesiedelt. Dort arbeiten mehr als 240.000 Menschen in Festanstellung.

In Unterschleißheim hat Microsoft seine Deutschland-Zentrale. Hier soll ein Such-Technologiezentrum entstehen.
In Unterschleißheim hat Microsoft seine Deutschland-Zentrale. Hier soll ein Such-Technologiezentrum entstehen.

Microsoft in Unterschleißheim ist einer dieser Global Player. Kürzlich gab das Unternehmen bekannt, dass in London, Paris und München Such-Technologiezentren entstehen sollen. Bis 2011 möchte der Softwaregigant für diese drei Standorte mehr als 300 Entwickler engagieren. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen sowohl Young Professionals mit rund fünf Jahren Berufserfahrung als auch Hochschulabsolventen einstellen. Dagegen sollen Führungspositionen aus den eigenen Reihen rekrutiert werden, so eine Unternehmenssprecherin.

Cirquent sucht neue Berater

"Wir haben in diesem Jahr mehr als 200 neue Mitarbeiter eingestellt und planen im kommenden Jahr 300 Neueinstellungen", so Uwe Kloos vom Beratungsunternehmen Cirquent. Der Personalchef ergänzt vorsichtig: "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen." Die Hälfte der neuen Kollegen kommen direkt von der Hochschule, nur rund fünf Prozent sind Führungskräfte. "Am schwierigsten ist es, berufserfahrene Leute zu finden", ergänzt Kloos. Die neuen Mitarbeiter beginnen zwar meist am Firmenstandort München, arbeiten allerdings deutschlandweit in Projekten beim Kunden. Viele Auftraggeber sind in und um München angesiedelt, etwa Firmen der Fertigungsbranche sowie Telekommunikations- und Mobilfunkanbieter.

Uwe Kloos, Cirquent: Im nächsten Jahr wollen wir 300 Mitarbeiter einstellen.
Uwe Kloos, Cirquent: Im nächsten Jahr wollen wir 300 Mitarbeiter einstellen.

Seit sich der neue japanische Anteilseigner NTT Data bei Cirquent eingekauft hat, stehen dem Beratungshaus neue Wege offen. "Wir expandieren über Deutschland hinaus vor allem in Europa", so Kloos. Das Unternehmen strebt einen weiteren Wachstumskurs an, die Personalpolitik setzt auf ein langfristiges Engagement der Fachkräfte. "Wir möchten unseren Mitarbeitern eine Perspektive bieten", so Kloos.

"München und sein Umland sind nach wie vor einer der wichtigsten ITK-Standorte in Deutschland", meint Jürgen Rohrmeier, Personalberater und Vorstand der Pape Consulting Group in München. "Momentan sind besonders stark Vertriebsmitarbeiter gefragt, und zwar über die Grenzen Bayerns hinaus", so Rohrmeier. "München ist nach wie vor ein attraktiver Platz für Firmen. Hier sind vor allem große internationale sowie amerikanische Unternehmen angesiedelt." Darüber hinaus sieht der Berater allerdings auch andere Standorte im Aufwind, etwa Ingolstadt, Deggendorf oder die Region um Nürnberg.

Der Autobauer Audi zählt zu den großen Arbeitgebern in der Region. Die Ingolstädter möchten bis zum Jahresende 900 Akademiker einstellen, darunter rund 20 bis 40 IT-Spezialisten. Für diese Positionen sollten die Bewerber neben ihrem IT-Wissen auch Prozesswissen sowie Projekt-Management-Know-how und Kenntnisse aus der Automobilbranche mitbringen.