Gartner-Prognose

Im PaaS-Markt ist Musik drin

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat eine Prognose zum weltweiten Markt für Platfom-as-a-Service (PaaS) vorgelegt.

Dort sollen die Umsätze für 2012 nach 900 Millionen Dollar im Vorjahr auf 1,2 Milliarden Dollar steigen, schätzen die Experten. Und das geht munter so weiter: 2013 sollen die PaaS-Erlöse bereits 1,5 Milliarden Dollar betragen und 2016 dann 2,9 Milliarden.

"Von all den technischen Aspekten der Cloud sind Infrastruktur als Service (IaaS) und Software als Service (SaaS) am reifsten und stärksten etabliert, wohingegen PaaS am wenigsten weit entwickelt ist", erklärt der Fabrizio Biscotti, Research Director bei Gartner. "Aus diesem Grund wird sich der Kampf zwischen Anbietern und Produkten im Bereich PaaS am stärksten intensivieren."

In die Kategorie PaaS fallen laut Gartner Suiten für die Anwendungs-Infrastruktur wie Application Platforms as a Service (aPaaS) oder Integration Platforms as a Services (iPaaS) sowie spezialisierte Dienste für die Anwendungs-Infrastruktur wie etwa Database Platform as a Service, Business Process Management Platform as a Service, Messaging as a Service und andere funktionale Arten von Middleware als Dienst aus der Cloud. Nutzer können die PaaS eines Cloud-Dienstleisters abonnieren oder ein cloud-fähiges Anwendungs-Infrastruktur-Produkt erwerben und darauf ihre eigene PaaS für die Nutzung in der Private Cloud (private PaaS) oder Public Cloud aufsetzen.

Die aktuell größten Segmente innerhalb des PaaS-Markts sind aPaaS mit 34,4 Prozent Anteil an den Umsätzen für 2012, gefolgt von Cloud Application Lifecycle Management (ALM) Services (almPaaS) mit zwölf Prozent, Cloud-BPM-Plattform-Dienste (bpmPaaS) mit 11,6 Prozent sowie iPaaS mit 11,4 Prozent. Gartner geht davon aus, dass der PaaS-Markt bis 2016 im Mittel um 360 Millionen Dollar wächst.

Mehr als 70 Prozent der PaaS-Funktionen fällt laut Gartner derzeit in den Bereich Application Infrastrucure and Middleware (AIM). Die Hersteller in diesem Bereich müssen demnach PaaS in eihren Angeboten berücksichtigen oder eine Strategie für Kunden entwickeln, um die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen, die für künftige Deployments an die Cloud denken. Zum jetzigen Zeitpunkt haben die größten AIM-Anbieter nur einen kleinen Anteil am PaaS-Markt (angeführt von Microsoft und einigen IBM-Zukäufen).

"Der grundsätzliche Vorteil von PaaS ist die Chance für ISVs und IT-Abteilungen, neue Software-Lösungen mit minimalem Kapitaleinsatz und ohne den Aufwand für Provisionierung und Konfiguration der unterliegenden Infrastruktur aufzusetzen", kommentiert Yefim Natis, Distinguished Analyst bei Gartner. "Vielen kleinen und mittleren Unternehmen bietet PaaS außerdem die Möglichkeit, spannende neue Enabling Technologies zu nutzen, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Überdies treibt die Popularität von SaaS auch die Verbreitung von PaaS für die Anpassung, Erweiterung und Integration cloud-basierender Applikationen."

Regional betrachtet findet die Nutzung von PaaS trotz wirtschaftlicher Unwägbarkeiten bislang fast ausschließlich in den ausgereiften Volkswirtschaften statt, die gleichzeitig auch die reifsten IT-Märkt sind. 42 Prozent des gegenwärtigen Marktvolumens entfallen auf die USA, gefolgt von Westeuropa und Mature Asia-Pacific. Insgesamt entfallen fast 90 Prozent der PaaS-Ausgaben auf die reifen Ökonomien. Mit steigendem Reifegrad der Technik und sich konsolidierender Anbieterlandschaft wird sich dieser Trend laut Gartner aber ändern und PaaS sukzessive auch Schwellenmärkte erobern.