Beate Scheuermann, Cyberforum, gibt Karrieretipps

Im Informatikstudium gescheitert, was nun?

Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
Ein Student befürchtet, nach mehreren Semestern Informatik nun eine Prüfung endgültig nicht bestanden zu haben, und interessiert sich für Alternativen wie das Nachqualifizierungsprojekt "Finish IT" des Karlsruher Hightech-Netzwerks Cyberforum.
Unser Ratgeber Karriere: Leser fragen, Personalexperten antworten.
Unser Ratgeber Karriere: Leser fragen, Personalexperten antworten.
Foto: Beate Scheuermann, Cyberforum

Beate Scheuermann, Cyberforum, antwortet: "Zunächst einmal finde ich es toll, dass Sie sich schon frühzeitig Gedanken zu möglichen Alternativen machen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie Ihr Studienziel doch noch erreichen werden.

Das Programm Finish IT richtet sich unter anderem an Studienabbrecher/innen, die schon mehrere Semester in einem IT-nahen Studiengang absolviert haben. Außerdem sind praktische Erfahrungen im IT-Umfeld von Vorteil, um die Zulassung von der IHK für die Teilnahme am Finish-IT-Kurs zu erhalten. Parallel zu dieser zwölfmonatigen Nachqualifizierung, die Sie auf die Externenprüfung zum Fachinformatiker vorbereitet, arbeiten Sie als Kursteilnehmer in einem Unternehmen und erhalten eine Vergütung über Ausbildungsniveau. Die Finish-IT-Kurse finden hier in Karlsruhe zweimal pro Jahr statt. Der nächste Kurs ist für November und Dezember 2013 vorgesehen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.finish-it.info. Falls Sie die Voraussetzungen für Finish IT nicht erfüllen, käme sicher eine verkürzte duale Ausbildung oder ein duales Studium im IT-Bereich für Sie in Frage."

Eine weitere Frage erreicht unsere Expertin von einem Leser, der sich mit dem Gedanken trägt, von der klassischen SAP-Beratung in Richtung Business Intelligence zu wechseln. Soll er sich auf SAP-BI-Tools fokussieren, da er hier die Quellsysteme kennt? Wie sieht die Bezahlung aus?

Beate Scheuermann antwortet: "Ein Wechsel in eine Spezialisierung im SAP-Bereich ist auf jeden Fall sinnvoll, ich kann Ihnen diesen Schritt nur empfehlen. Gerade im Bereich BI sind weiterhin große Zuwachsraten zu erwarten, da die Vorteile inzwischen auch bei kleineren Unternehmen angekommen sind und insgesamt verstärkt individualisierte Verfahren und Prozesse zur systematischen Datenanalyse in elektronischer Form gefordert werden.

Ihre bisherige Erfahrung als klassischer SAP-Berater spräche in der Tat für eine Fokussierung auf SAP BI. Sie kennen das Umfeld, hätten den Vorteil, womöglich in Ihnen bekannten Projekten oder bei gleichen Kunden zu arbeiten. Außerdem kennen Sie das SAP-Gehaltsgefüge und die Leistungen drum herum. Bei einem Wechsel und somit einer Spezialisierung auf andere BI-Anbieter müssten Sie zunächst mehr Zeit investieren, um auf ein im jeweiligen Umfeld annähernd anerkanntes Niveau zu kommen und - was Ihnen wichtig zu sein scheint - entsprechend bezahlt zu werden.

Bei den großen BI-Anbietern gibt es sicher kleinere Unterschiede in der Bezahlung. Das Gehalt hängt einerseits von Ihrer Erfahrung, Ihrem Potenzial und Ihrem Verhandlungsgeschick ab, bei bestimmten Firmen sind zudem Projekte von Vorteil. Andererseits kann auch der Leidensdruck einer Firma die Chancen für den eigenen Gehaltswunsch verbessern. Gängige Stundensätze für BI-Berater können Sie auf dem Portal www.gulp.de einsehen. Die Angaben bieten für Sie allerdings nur eine grobe Orientierung, da sie in erster Linie für Freelancer gedacht sind." (kf)

Unseren Ratgeber Karriere sowie weitere Beiträge zum Thema finden Sie hier: