Im Fokus: Die Früchte des Outsourcings

08.02.2008

Knapp 40 Prozent der Outsourcing-Kunden in Deutschland, Großbritannien, den USA und Kanada haben schon mindestens einmal einen Auslagerungsvertrag vorzeitig gekündigt oder nach kurzer Zeit Unstimmigkeiten mit dem Partner erlebt. Zu diesem Ergebnis kommen die Berater von Deloitte in der aktuellen Studie "Why Settle for Less?". Dabei zeigte sich auch, dass die Unternehmen nicht aus strategischen Motiven auslagern, sondern vor allem die Kosten senken wollen.

Obwohl 83 Prozent der befragten 300 Führungskräfte mit ihren Outsourcing-Maßnahmen nach eigenem Bekunden einen Return on Investment von über 25 Prozent erreichen konnten, gibt nur etwa ein Drittel an, auch innovative Impulse erhalten zu haben. Ein weiteres Drittel würde heute mehr Zeit auf die Suche nach dem richtigen Partner verwenden. Die Hälfte sagt sogar, sie würde die Vereinbarungen mit dem jeweiligen Partner beim nächsten Mal besser auf die strategischen Ziele des Unternehmens abstimmen.

Deloitte beklagt, dass sich derzeit nur wenige Unternehmen bewusst seien, welchen strategischen Wert die Transformation und Neugestaltung von Geschäftsprozessen haben könnten. Im Idealfall könne sich der Anwender einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der die Kosteneinsparung als sekundären Effekt erscheinen lasse. Wichtig dabei sei, die Outsourcing-Maßnahmen eng an den Geschäftsstrategien des Unternehmens zu orientieren und dabei auch mögliche künftige Entwicklungen zu berücksichtigen.

Auch bei der Suche nach dem richtigen Dienstleister scheinen die Potenziale nicht voll genutzt zu werden. Idealerweise sollte der Anwender bereits frühzeitig einen präzisen Anforderungskatalog an potenzielle Partner versenden. Allerdings bezeichneten 50 Prozent der ebenfalls befragten Dienstleister die ihnen zugegangenen Pflichtenhefte als "qualitativ suboptimal". Zudem wählen viele Unternehmen aus alter Gewohnheit Partner, die sie bereits kennen, und vergeben damit Chancen. (sp)