Test Thin Client Igel UD6

Igel Thin Client als Lync-2013-Endgerät

Andrej Radonic ist Experte für Virtualisierung, Cloud-Technologien und Open Source Anwendungen. Der Fachbuchautor ist Vorstand der interSales AG und entwickelt für mittelständische Unternehmen anspruchsvolle E-Commerce Lösungen.
Thin Client Hersteller Igel bringt mit dem UD6 getauften Endgerät sein neues Flaggschiff auf den Markt. Mit kraftvoller Hardware soll es auch Aufgaben meistern, die bislang vollwertigen PC-Desktops vorbehalten waren - etwa CAD, Full-HD Videos und Unified Communications.
Im aktuellen Igel Flaggschiff liefert eine Quad-Core CPU reichlich Leistung für Anwendungen wie Lync.
Im aktuellen Igel Flaggschiff liefert eine Quad-Core CPU reichlich Leistung für Anwendungen wie Lync.
Foto: Igel

Thin Clients sind im Laufe der Jahre zum Erfolgsmodell geworden, vor allem weil sie kostengünstiger in der Anschaffung und weniger wartungsintensiv sind als herkömmliche Windows-PCs. "Schlank" bedeutet dabei bis dato allerdings auch weniger leistungsfähig im Hinblick auf leistungshungrige Anwendungen. Applikationen auf 3D-Basis, CAD-Software, Unified Communications oder das Abspielen von Full-HD Videos bleiben auf solchen Geräten außen vor, da CPU, GPU sowie unter Umständen auch das eingesetzte Remote Protokoll sowie die Serverinfrastruktur damit überfordert sind.

Thin Client mit Power-Hardware

Für den kürzlich veröffentlichten Igel Thin Client UD6 verspricht der Bremer Hersteller, dass nun auch solche Anwendungen mit einem Thin Client performant verwendet werden können. Dafür soll eine entsprechend umfangreiche Hardware-Ausstattung sorgen, die manchem Desktop-PC alle Ehre machen würde: Im schlanken Gehäuse ist die Quad-Core CPU Intel Celeron J1900 mit 2,4 GhZ verbaut. Diese wird flankiert von einem Intel HD Graphics Chipsatz mit 512 MB Videospeicher sowie 2 GB Arbeitsspeicher.

Das Gerät, welches auf Basis von Linux oder Windows Embedded bestellt werden kann, verfügt zudem über umfangreiche Peripherie-Schnittstellen: 2 digitale Monitoranschlüsse (1 Displayport, 1 HDMI-Port), 2 serielle sowie je zwei USB 2.0 und USB 3.0 Ports sorgen für üppige Konnektivität. Hinzu kommen ein interner Lautsprecher, Anschlüsse für Mikrophon und Line-Out sowie ein (optionaler) Smartcard-Reader. Ein freier PCIe-Steckplatz offeriert zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten.

Das System-on-Chip Design (SoC) arbeitet mit 8 W Leistungsaufnahme dabei trotz potenterer Hardware so stromsparend wie seine schlankeren Brüder.

Komplette Software

Das als Universal Thin Client konzipierte Gerät bringt Implementierungen sämtlicher wichtigen Remote-Protokolle mit, allen voran Citrix HDX (inklusive HDX3D Pro etwa für CAD-Programme), VMware PCoIP (als Teil des integrierten Client 3.1 für VMware Horizon) und Microsoft RDP inklusive RemoteFX. Daneben sind unter anderem auch die Clients Leostream, Wyse vWorkspace, NXTerm sowie PowerTerm WebConnect installiert.

Lync auf dem Thin Client

Das Lync VDI-Plugin liefert A/V Streams parallel zu RDP aus.
Das Lync VDI-Plugin liefert A/V Streams parallel zu RDP aus.
Foto: Igel

Für das Segment leistungshungriger Anwendungen, die bislang für Thin Clients tabu waren, verspricht Igel mit seiner neuen Geräteserie explizit die Unterstützung für Unified Communications Anwendungen, insbesondere für Microsofts Lync (inzwischen umbenannt in Skype for Business).

Voraussetzung ist ein virtueller Desktop auf Basis von Citrix XenApp / XenDesktop oder Microsoft VDI auf Basis von RDP. RemoteApp-Szenarien werden nicht unterstützt, der klassische Terminalserver scheidet für die Bereitstellung von Lync an Thin Clients somit aus. Während VMware Horizon den Lync 2013 Client ebenfalls unterstützt, wird diese Kombination von Igel derzeit nicht supportet.

In den Linux-Varianten des Igel Thin Clients ist die Citrix HDX Realtime Media Engine mit Support für Microsoft Lync 2010 und 2013 bereits integriert. Diese Komponente muss in den Geräten mit Windows nachträglich installiert werden.

Wird auf Microsoft VDI und reines RDP/RemoteFX gesetzt, bleiben die Linux-Varianten der Igel-Geräte außen vor. Auf den Thin Clients mit WES 7 ist zusätzlich das Microsoft VDI Plugin for Lync 2013 zu installieren. Dieses sorgt dafür, dass Realtime-Anwendungen wie Telefonie und Videokonferenzen direkt zwischen Server und dem lokalen Endgerät vermittelt werden, was die Performance dramatisch erhöhen soll.

Igel unterstützt das Lync VDI Plugin nur in bestimmten Kombinationen aus Betriebssystem und Remoteprotokoll

Igel mit Linux

Igel mit Windows

Citrix XenApp/XenDesktop

Receiver +

HDX Realtime Optim. Kit +

VDI-Plugin (integriert)

(Lync 2010+2013)

Receiver +

HDX Realtime Optim. Kit

oder

VDI-Plugin (Lync 2013)

VMware Horizon

Lync VDI nicht offiziell unterstützt

Lync VDI nicht offiziell unterstützt

Microsoft VDI

Lync VDI nicht offiziell unterstützt

RDP Client +

RemoteFX

+ VDI-Plugin (Lync 2013)

Support für Lync 2015 beziehungsweise Skype for Business ist angekündigt.