Gewerkschaft

IG Metall kündigt Widerstand gegen Unify-Kahlschlag an

03.06.2014
Die frühere Siemens-Sparte Unify steht wieder vor harten Einschnitten. Diesmal soll rund die Hälfte der weltweit rund 7700 Jobs wegfallen. Die IG Metall will das nicht kampflos hinnehmen.

Die frühere Siemens-Sparte Unify plant einen tiefgreifenden Umbau und streicht etwa die Hälfte ihrer Arbeitsplätze. Von den weltweit rund 7700 Jobs sollen 3800 wegfallen, etwa die Hälfte davon in der Region Zentraleuropa, wie das auf Firmentelefon-Lösungen spezialisierte Unternehmen am Montag in München und Boca Raton in Florida mitteilte. Die IG Metall kritisierte die Pläne scharf und kündigte Widerstand an.

Foto: Unify

Mit dem Umbau solle das Unternehmen verschlankt und an die veränderten Markterfordernisse angepasst werden. Künftig werde der Schwerpunkt unter anderem bei den Themen Softwareentwicklung und Integration liegen, hieß es. Nach den Worten einer Unify-Sprecherin ist noch unklar, wie hart der Stellenabbau die deutschen Mitarbeiter treffen wird. Das Unternehmen arbeite an den Einzelheiten, und die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern würden nun aufgenommen. Unify hat annähernd 30 Standorte in Deutschland.

Das Unternehmen ist aus der früheren Siemens-Sparte Enterprise Communications (SEN) hervorgegangen und gehört noch zu 49 Prozent Siemens, die übrigen 51 Prozent hält die amerikanische Gores Group. Unter der Führung von Siemens hatte das Unternehmen zeitweise rund 17.500 Beschäftigte. Um ein weiterer Desaster wie beim Handyhersteller BenQ Mobile zu vermeiden, hatte Siemens die einstige Tochter vor dem Mehrheitsverkauf im Jahr 2008 noch aufwändig saniert und mit frischem Kapital ausgestattet. Seither wurden tausende Stellen gestrichen, auch mehrere Chefwechsel durchlief Unify.

Die IG Metall sprach von einem "Kahlschlag", den man nicht kampflos hinnehmen werde. "Seit Jahren jagt eine Restrukturierung die nächste, ohne dass sich das Geschäft wirklich erholt hätte", kritisierte Peter Mokrus, Unternehmensbetreuer der IG Metall für Unify. "Seit Jahren mahnen Betriebsräte und IG Metall eine belastbare Zukunftsperspektive für das Unternehmen und für die Beschäftigten an - bis heute leider vergeblich." Auch Sibylle Wankel von der IG Metall, die unter anderem Mitglied des Siemens-Aufsichtsrates ist, erklärte, der Elektrokonzern stehe nach wie vor in der Verantwortung für Unify. (dpa/tc)