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IG Metall: Infineon-Werksschließung kostet über 100 Millionen Euro

27.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die geplante Schließung des Münchner Werks mit 800 Beschäftigten wird den Infineon-Konzern nach Angaben der IG Metall mehr als 100 Millionen Euro kosten. Diese Zahl habe Infineon bei einer Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft genannt, erklärte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer am Dienstag in München. "Da wird unsinnig Kapital vernichtet." Nachdem der Chiphersteller bei den Gesprächen auf einer Schließung Anfang 2007 beharrt habe, erwägt die IG Metall nun Warnstreiks.

Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag, um die sozialen Auswirkungen auf die betroffenen 800 Beschäftigten zu regeln, falls die Schließung nicht doch noch verhindert werden kann. So will die IG Metall beispielsweise durchsetzen, dass es im Falle einer Schließung hohe Abfindungen gibt und die Mitarbeiter über eine Beschäftigungsgesellschaft für fünf Jahre aufgefangen werden.

Infineon-Verhandlungsleiter Jörg Spiegel sagte: "Wir stehen seit geraumer Zeit mit dem Betriebsrat in Verhandlungen zu einem Interessenausgleich und Sozialplan." Infineon fordere die IG Metall auf, sich in diese Gespräche mit einzubringen. "Dies ist das vom Gesetz vorgesehene Procedere. Alles andere bedeutet doppelte Verhandlungen und damit unnötige Verzögerungen."

Infineon wollte die angeblichen Kosten von mehr als 100 Millionen Euro nicht kommentieren. Laut Gewerkschaft ist das Geld unter anderem für Abfindungen und den Abbau der Fertigungsanlagen notwendig. Infineon war auch bereit gewesen, das Werk mitsamt einer Mitgift an den Erfurter Halbleiterhersteller X-Fab zu verschenken. Die Verhandlungen platzten aber Mitte September (siehe auch: "X-Fab will Infineon-Werk nicht übernehmen"). (dpa/mb)