IFA oder die Einsamkeit der Konsumenten

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Im Kampf um Innovation und Marktdominanz reden Anbieter von Unterhaltungselektronik am Kunden vorbei.

Die Aussteller der IFA 2007 in Berlin haben auch dieses Jahr ausgiebig die Gelegenheit genutzt, ganze Hallenwände mit Flachbildfernsehern zu bepflastern. Der Markt ist heiß: Im ersten Halbjahr wurden hierzulande laut Erhebungen der GFK für 1,3 Milliarden Euro LCD-TVs verkauft, das sind 21 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wird für 2007 damit gerechnet, dass der Absatz der Flachmänner im Vergleich zum WM-Jahr 2006 um 50 Prozent auf 3,8 Millionen Stück klettert.

Die Unterhaltungselektronik ist in Aufbruchsstimmung, und sie verdankt das andauernde Hoch den IT-Innovationen, die ihr zu neuen Produkten verhelfen. Der wachsende Einfluss der IT hat jedoch nicht nur Vorteile, zumindest für die Konsumenten. War die Unterhaltungsbranche lange für leicht zu bedienende und funktionierende Geräte bekannt, hält inzwischen neben Digitalisierung und Konvergenz auch Komplexität Einzug. Hinzu drohen aus der PC-Welt bekannte Produktzyklen. Außerdem hat die Vielzahl von Schlagworten und Abkürzungen den Effekt, dass die Industrie am Käufer vorbeiredet. Primär angesprochen fühlt sich davon nur eine Spitze von Technikaffinen, während sich die breite Masse offenbar vor allem an den praktischen Gesichtspunkten (LCD-TVs = großer Bildschirm, weniger Platz) orientiert.