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IDS Scheer im 3. Quartal bei Gewinn leicht unter Erwartungen

07.11.2006
Das IT- und Softwarehaus IDS Scheer hat mit der Vorlage endgültiger Zahlen für das dritte Quartal die Gewinnerwartungen leicht verfehlt.

Wie das im TecDAX notierte Unternehmen am Dienstag in Saarbrücken mitteilte, sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 7,7 Millionen Euro vor einem Jahr auf 3,5 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 3,64 Millionen Euro gerechnet. Unterm Strich schrumpfte der Überschuss von 4,4 auf 2,1 Millionen Euro, verglichen mit der Analystenprognose von 2,34 Millionen Euro. Die Aktie pendelte vorbörslich um den Vortagsschluss.

Ende Oktober hatte IDS Scheer bereits den Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 80,3 Millionen Euro bekannt gegeben. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte (EBITA) halbierte sich allerdings von 8,3 auf 4,2 Millionen Euro. Daher schrumpfte die EBITA-Marge von 10,9 auf 5,2 Prozent. Wegen des schwachen dritten Quartals hatte Unternehmenschef Thomas Volk am 23. Oktober bereits die Jahresprognose gesenkt. Der Umsatz dürfte 2006 um acht Prozent steigen, statt bisher prognostizierter zehn bis elf Prozent. Die Marge beim operativen Ergebnis auf EBITA-Ebene werde lediglich neun bis zehn (vorher 11,1 bis 11,6) Prozent betragen.

Unternehmenschef Volk begründete das schlechte Quartal bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen mit Auftrags- und Projektverzögerungen, gab sich für die Zukunft aber optimistisch. Im vierten Quartal will Volk das beste Quartalsergebnis in der Unternehmensgeschichte einfahren und somit das dritte Quartal teilweise ausgleichen.

Volk bestätigte die Anfang August angehobene Jahresprognose für sein Softwareprogramm zur Verbesserung von Geschäftsprozessen ARIS. Damit peilt IDS Scheer hier weiterhin ein Lizenzwachstum von 24 bis 26 Prozent an. In den ersten neun Monaten 2006 steigerte IDS Scheer das Lizenzvolumen um 25 Prozent auf 29,2 Millionen Euro. Danach plant IDS Scheer bis 2010 eine Verdopplung des Jahresumsatzes von 2005 und eine Steigerung der EBITA-Marge auf 14 Prozent.

Künftig richtet sich IDS Scheer weltweit nach den beiden Geschäftsbereichen Produkte und Beratung aus. Der neue Vorstand spiegelt diese Organisation bereits wider. Die Saarbrücker wollen sich auf den "wachstums- und ergebnisstarken Produktbereich" sowie Beratungsleistungen im Geschäftsprozessmanagement (BPM) konzentrieren.

"Durch die Gewinnung weiterer Vertriebs- und Technologiepartner soll die führende Softwareplattform ARIS zum weltweiten Industriestandard für Geschäftsprozessmanagement avancieren", betonte IDS Scheer. Die Saarbrücker unterhalten mit dem Unternehmenssoftware-Hersteller SAP eine langjährige Partnerschaft. Mit dessen schärfstem Konkurrenten Oracle ging IDS Scheer vor kurzem ebenfalls eine Partnerschaft ein. (dpa/tc)