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IDF: Intel hat allerhand in der Pipeline

20.02.2003
Auf dem Spring IDF in San Jose hat Intel Details seiner mittelfristigen Roadmap enthüllt. Schon im zweiten Halbjahr 2003 gibt es einen verbesserten Centrino und erste 90-Nanometer-CPUs.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf seinem Spring Developer Forum (IDF) im kalifornischen San Jose hat Intel zahlreiche Neuerungen in den Bereichen Mobile Computing sowie Desktop- und Server-Prozessoren angekündigt. Die mobile Architektur "Centrino" stellt der Halbleiterkonzern am ersten CeBIT-Tag (12. März 2003) offiziell vor. Sie setzt sich aus dem Prozessor "Pentium M" mit zunächst 1,6 Gigahertz Taktfrequenz, der korrespondierenden Chipsatz "855" und dem WLAN-Ergänzungschip "Intel Pro/Wireless 2100" zusammen. Trotz der deutlich geringeren Taktung seien Centrino-Notebooks bei gängigen Anwendungen schneller als Portables mit dem aktuellen Pentium 4-M mit 2,4 Gigahertz, so der Hersteller.

Noch in diesem Jahr folgt dann mit "Dothan" die nächste Centrino-Generation, die dann bereits in einem 90-Nanometer-Prozess gefertigt wird. Dieser soll höhere Taktfrequenzen und eine verbesserte Architektur aufweisen. Gleichfalls mit 90-Nanometer-Strukturbreiten wird dann der neue Desktop-Prozessor "Prescott" gefertigt. Dieser verfügt nach Angaben von Intel über Verbesserungen bei Hyperthreading und der Netburst-Mikroarchitektur, einen 800 Megahertz schnellen Frontside-Bus und 1 MB Level-2-Cache.

Im Bereich Chipsätze gibt es im zweiten Halbjahr 2003 ebenfalls zwei Neuheiten: "Canterwood" adressiert leistungshungrige Systeme und unterstützt Hyperthreading, Dual-Channel-DDR400-Speicher. Er verfügt über einen 800 Megahertz schnellen Systembus - passend zum Prescott -, AGP8X und einen integrierten Serial-ATA/RAID-Controller. Auf Firmen-PCs zielt dagegen "Springdale" mit integriertem Grafikchip, Soft-RAID, Verbesserungen zur Unterstützung von Gigabit-Ethernet und gleichfalls Support für Dual-Channel-DDR400-Speicher. Dazu passt das Programm "Granite Peak", das sicherstellen soll, dass Unternehmen sechs Quartale lang das jeweils gleiche Software-Image auf ihre Rechner aufspielen können (dies gilt übrigens für Desktops und Notebooks).

Im Server-Bereich schließlich erscheint in Kürze zunächst ein Xeon mit 512 MB L2-Cache und 533 Megahertz schnellem Bus für Ein- und Zwei-Wege-Server. Der Cache soll später im Jahresverlauf auf 1 MB wachsen. Ende des Jahres oder Anfang 2004 erscheint dann "Nocoma", ein Server-Chip auf Basis des Prescott-Designs. Dieser soll gleichfalls in einem 90-Nanometer-Prozess gefertigt werden und enthält möglicherweise auch die Sicherheitstechnik "LaGrande", die das Ausspähen von Festplattendaten durch Unbefugte verhindern soll. Passend zum Nocoma wird der Chipsatz "Lindenhurst" erscheinen.

Für größere 32-Bit-Server wird Intel zunächst die Taktung des Ende 2002 vorgestellten "Gallatin"-Xeon mit 2 MB L2-Cache auf über 2 Gigahertz steigern. Ende 2003 oder Anfang kommenden Jahres soll auch eine Gallatin-Variante mit 4 MB Cache erscheinen. Später im Verlauf des Jahres 2004 folgt dann mit "Potomac" eine Nocoma-Variante für Vier-Wege-Server, flankiert vom passenden Chipsatz "Twin Castle".

Im 64-Bit-Bereich erscheint im Sommer der neue "Madison"-Itanium-2 mit 1,5 Gigahertz Taktrate und 6 MB L2-Cache. Kleinere Versionen mit geringerer Geschwindigkeit und weniger Cache (4 MB, 3 MB) wird es ebenfalls geben. Im zweiten Halbjahr folgt dann "Deerfield" (offiziell: "LV Itanium 2"), der weniger Strom verbrauchen und sich damit besonders für Bladeserver eignen soll. Deerfield taktet mit 1,5 Gigahertz und besitzt 1,5 MB Cache. Seine Leistungsaufnahme beträgt bei gleicher Leistung 62 Watt im Vergleich zu 130 Watt für den aktuellen Itanium 2. (tc)