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IDF: Intel-Chef Barrett schießt scharf gegen Sun

23.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Kein gutes Haar ließ Intel-Chef Craig Barrett auf dem hauseigenen Entwicklerforum IDF (Intel Developers Forum) im kalifornischen San Jose an Sun Microsystems. Die Berliner Mauer sei zwar vor langer Zeit gefallen, das Gespenst des Kommunismus halte sich jedoch weiterhin, solange es den Software- und Servergiganten gebe, wetterte der ehemalige Stanford-University-Professor.

Barrett verurteilte Zeitungsberichten zufolge das "vertikale" Sun-Geschäftsmodell, das Unternehmenskunden mit Hardware, Software und Prozessoren aus einer Hand beliefert. Zukunftsreicher sei beispielsweise der "horizontale" PC-Markt, in dem Firmen zwischen den Produkten verschiedenster Hersteller wählen könnten.

Die seit Jahren bestehende Animosität zwischen Intel und Sun dürfte angesichts dieser verbalen Attacke an Schärfe zunehmen. Ein gemeinsames Vorhaben der Unternehmen, Suns Betriebssystem "Solaris" an Intels neuen "Itanium"-Chip anzupassen, wurde inzwischen auf Eis gelegt. Der Halbleiterriese hatte Sun vorgeworfen, zu wenig Ressourcen in das Projekt zu stecken (CW Infonet berichtete).