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IDF: HPC-Windows bis Herbst?

04.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Marvin Theimer, Software Architect bei Microsoft, hat auf dem Intel Developer Forum (IDF) in San Francisco die endgültige Version von "Windows Server 2003 Compute Cluster Edition" zur Supercomputer-Konferenz SC2005 im kommenden November in Aussicht gestellt. Eine Betaversion des Highend-Windows soll nach Angaben des Microsofts-Manns zuvor im Sommer erscheinen.

Die Preise für die Compute Cluster Edition hat Microsoft noch nicht angekündigt. Theimer sagte aber, zusätzliche Nodes eines Clusters würden weniger kosten. "Wenn sie einen Cluster kaufen, dann ist der Preis pro Node günstiger" als ein normales Windows, so Theimer in seiner IDF-Präsentation. "Wir wollen gegenüber so etwas wie Red Hat wettbewerbsfähig sein." Allerdings werde die Software einige Mechanismen enthalten, die verhindern sollen, dass Anwender damit Standard-Webhosting oder ähnliche Applikationen betreiben.

Das erste Release der Compute Cluster Edition wird Theime zufolge in vielen Punkten Linux ähneln. Beispielsweise werde es das Message Passing Interface (MPI) unterstützen und Programmier-Tools zu Entwicklung geclusterter Anwendungen enthalten. Für die folgende Versionen ist dann unter anderem die Unterstützung von .NET und in C# geschriebenen Applikationen sowie von "Cycle Harvesting" (Aktivierung ansonsten brach liegender PCs ähnlich wie bei SETI@home) geplant. Die dritte Generation schließlich soll Verbesserungen für Entwickler und Management-Tools zur Integration der HPC-Systeme (High-Performance Computing) mit sonstiger Infrastruktur enthalten.

Den HPC-Markt hat Microsoft laut Theimer für sich entdeckt, nachdem Cluster über den Einsatz bei Regierung und Wissenschaft hinaus ihren Weg auch in Unternehmens-Rechenzentren gefunden haben. Zu den frühen Anwenderbranchen gehörten beispielsweise Automotive und Pharma. Auch Microsoft selbst verwendet intern einen Cluster, um sein riesiges Beteiligungsportfolio zu evaluieren. Außerdem gebe es inzwischen Cluster-fähige Software "aus dem Regal". Früher hätten Firmen solche Programme selbst erstellen müssen.

Theimer zufolge kann selbst die Office-Anwendung Excel von der Cluster-Technik profitieren. Es gebe in Unternehmen Rechenblätter, deren Berechnung Stunden dauere. Heute müsse man für derlei Aufgaben Software von Anbietern wie Platform Computing zu Hilfe nehmen. Solche Kapazitäten könnte Microsoft künftig aber auch selbst offerieren. "Microsoft schaut sich auch das an", sagte Theimer. (tc)