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IDCs EMEA-PC-Zahlen mauer als Dataquests

21.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem die Kollegen von Gartner Dataquest für den PC-Markt in der EMEA-Region im dritten Quartal 2002 ein Wachstum von sieben Prozent ermittelt hatten (Computerwoche online berichtete), liegt IDC mit seinen Zahlen um einiges niedriger: 3,3 Prozent höhere Stückzahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hat die International Data Corp. gezählt - immerhin aber ebenfalls ein Wachstum nach minus 9,4 Prozent im dritten Quartal 2001.

Vor allem im Geschäftskundenumfeld herrsche noch immer Vorsicht vor, konstatieren die Auguren. Selbst wenn essentielle Austauschkäufe bei Desktops wie Notebooks zu verzeichnen seien, gebe es kaum Anzeichen für eine größere Erholung. Die anhaltende Nachfrage seitens kleiner und mittlerer Unternehmen habe aber die Stückzahlenerosion in Grenzen gehalten, schreibt IDC. Im Consumermarkt sei vor allem eine starke Nachfrage nach Notebooks zu verzeichnen, und auch bei Desktops ziehe der Markt wieder an.

Insgesamt habe der Markt von dem intensiven Wettbewerb und anhaltenden Preisdruck profitiert, der aber natürlich negative Auswirkungen auf die Margen der Hersteller mit sich bringe. "Eine allmähliche Erholung der Unternehmensinvestitionen wird für das kommende Jahr eine Rückkehr zu gesunderen Wachstumsmustern treiben", glaubt Karine Paoli, EMEA Personal Computing Expertise Center Manager der IDC. "Aber die Marktsituation bleibt schwierig, und die Hersteller müssen sich weiterhin auf effektivere Go-to-market-Strategien fokussieren und dicht am Kunden bleiben."

Das von IDC ermittelte Ranking der fünf größten Hersteller fällt ähnlich aus wie das von Dataquest. Vorerst unangefochten an der Spitze liegt HP neu mit 20,8 Prozent Marktanteil und einem Plus an Stückzahlen von genau einem Prozent. Mit 11,3 Prozent deutlich stärker legte der Zweitplatzierte Dell zu; allerdings reicht das nur zu 10,4 Prozent Marktanteil. Platz drei belegt Fujitsu-Siemens, das im dritten Quartal 2002 laut IDC in Europa, dem Nahen Osten und Afrika 7,2 Prozent mehr PCs absetzte als ein Jahr zuvor und seinen Marktanteil auf 8,3 Prozent steigerte. IBM verkaufte im Jahresvergleich 3,1 Prozent weniger Rechner und kam mit 5,7 Prozent Marktanteil auf Rang vier; die Top Five komplettiert Acer, das mit erfreulichen 19 Prozent Zuwachs bei den Stückzahlen auf 4,8 Prozent Marktanteil kam. Insgesamt wurden laut IDC-Zahlen im dritten Quartal in der Region EMEA 8,655 Millionen PCs verkauft nach 8,382 im Vergleichszeitraum des Vorjahres. (tc)