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IDC: Sun schwächelt bei Infrastruktur-Software

18.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Es hat den Anschein, als leide die renovierte Middleware-Strategie von Sun Microsystems derzeit unter integrationsbedingten Verzögerungen, während wichtige Wettbewerber am Markt sich entweder stabilisieren oder sogar wachsen. Dies lässt zumindest ein Report von IDC vermuten, demzufolge Sun 2002 deutliche Einbußen hinnehmen musste, wohingegen sich Oracle im Kampf um Platz drei durchsetzen konnte.

IDC untersucht im Rahmen seiner Kategorie "Application Deployment Platform" (ADP) inzwischen nicht mehr nur Application Server, sondern auch Integration-Server-Plattform-Produkte. Hier soll Sun nach dem Willen des neuen Softwarechefs Jonathan Schwartz einer der größten Anbieter werden - unter anderem durch die Integration einer Einstiegsversion des hauseigenen Appservers in das Betriebssystem Solaris.

ADP-Marktführer allerdings sind wie schon früher bei reinen Application Servern laut IDC Bea Systems, das dank 9,6 Prozent mehr Umsatz auf 17,3 Prozent Marktanteil zulegte, und IBM, das mit 17,5 Prozent Zuwachs und 23,3 Prozent Market Share die Spitzenposition einnimmt. Gemessen haben die Marktforscher aus Framingham, Massachusetts, Lizenz- und korrespondierende Serviceeinnahmen. Suns ADP-Umsatz fiel demnach im Jahr 2002 um 46,9 Prozent und der Marktanteil auf 2,6 Prozent; Oracle konnte demgegenüber seine Erlöse um acht und den Marktanteil auf 9,5 Prozent steigern.

Die ADP-Definition kommt ganz offensichtlich den klassischen Integrations-Playern zugute. Tibco, Webmethods, Sybase, Seebeyond und Iona finden sich im IDC-Ranking platziert - allesamt hinter Oracle, aber vor Sun. (tc)