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IDC-Prognosen für 2003

07.01.2003
IDC hat 700 seiner Analysten weltweit befragt und daraus Technologie-Trends für das neue Jahr ermittelt. Generell sollen die IT- und TK-Branche demnach wieder wachsen, aber nicht mehr zweistellig.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher der International Data Corp. (IDC) erwarten für das neue Jahr und die "überschaubare Zukunft" für die Märkte IT und Telekommunikation zwar wieder Wachstum, aber anders als in Teilen der vergangenen Dekade nur noch mit einstelligen Raten. "Die Zuwächse werden zudem nicht alle Bereiche gleichermaßen erreichen", erklärte Chief Research Officer John Gantz im Rahmen des traditionellen "Predicitions"-Telebriefings. "Zunächst werden vor allem Hardware-Ausgaben und Wireless-Dienstleistungen von den steigenden Investitionen profitieren; der Consulting-Sektor liegt dafür weiter danieder."

Für 2003 stellte IDCs oberster Analyst Gantz folgende Prognosen auf:

Die weltweiten Ausgaben für Informationstechnik und Telekommunikation werden heuer 1,9 Billionen Dollar erreichen

Nach zwei Schwundjahren wird der Midrange-Server-Markt wieder wachsen - er bleibt allerdings rund 20 Prozent kleiner als im Jahr 2000

64-Bit-Computing wird nur langsam und herstellergetrieben angenommen. Volle Nutzung von 64-Bit-Technik im kommerziellen Anwendungen erwartet IDC erst später in diesem Jahrzehnt

Linux wird Unix weiter Marktanteile abnehmen, insbesondere im Wettbewerb mit RISC-basierenden Unix-Systemen

Projektbasierende IT-Dienstleistungen werden 2003 stagnieren oder nochmals nachgeben, da sich Unternehmen auf kleinere, kurzfristigere Projekte und Managed Services fokussieren

Wireless LANs setzen sich auf breiter Front durch und stellen damit dem Rollout von 3G-Mobilfunkdiensten eine weitere Hürde in den Weg

Die Investitionen der Telcos werden weltweit um mindestens fünf Prozent rückläufig sein; die Ausgaben in aufstrebenden Märkten und Wireless-Dienstleistungen wachsen trotzdem signifikant

Die Nutzung von Online-Messaging wächst weiterhin und führt zu 40 Milliarden E-Mails pro Tag. Darunter leidet allerdings die Produktivität, weil die Arbeitnehmer der Nachrichtenflut kaum Herr werden

Ende des Jahres werden mehr Bilder über Kameras, Scanner und andere Geräte digital aufgenommen als auf herkömmlichem Film, die Industrie konzentriert sich trotzdem noch auf analoges Material

Aufgrund des Krieges im Irak wird es einen größeren Cyberterror-Angriff geben, der kurzfristig auch wirtschaftliche Folgen nach sich zieht

Außerdem erwarten die Auguren - für die Prognosen wurden mehr als 700 Analysten des Unternehmens und über 1000 IT- und Business-Manager weltweit befragt - in den kommenden Monaten im zweiten Halbjahr eine allmähliche Erholung der Halbleiterbranche, die Ablösung von Web-Services als meist gehypte Technik durch Grid-Computing, anhaltende Zwistigkeiten um Digital Media Rights, weiteres Wachstum bei Standard-Intel-Servern und stärkeres Offshore-Outsourcing bei Service-Firmen.

Außerdem sollen im Laufe des Jahres eine Reihe wichtiger Meilensteine erreicht werden, so IDC weiter. Ende des Jahres sollen demnach weltweit mehr als 600 Millionen PCs und 1,5 Milliarden Mobiltelefone installiert sein. Außerdem soll es mehr als 700 Millionen Internet-Nutzer, über 250 Millionen mobile Internet-Nutzer und mehr als 80 Millionen Breitband-Haushalte geben. Last, but not least werde die Anzahl von E-Mail-Postfächern 2003 die Milliardengrenze überschreiten, erwarten die Experten. (tc)