IDC: IT-Branche auf dem Weg der Besserung

11.01.2002
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Marktforschungsinstitut International Data Corp. (IDC ) hat seine jährlichen "Top 10 IT-Prognosen" für das Jahr 2002 vorgelegt. Demnach gehen die Analysten von einem allmählichen Anstieg der weltweiten IT-Investitionen spätestens ab Mitte des Jahres aus.

"Vor den Ereignissen des 11. September hatten wir bereits im Jahresendquartal 2001 mit einen Aufschwung gerechnet", erklärt John Gantz, Chief Research Officer bei IDC. Da die Prognosen für das Jahr 2002 auf eher konservativen Annahmen basierten, könne der zu erwartende Aufschwung schon vor der Jahresmitte und sogar verstärkt einsetzen, so Gantz.

Laut IDC wird die zu erwartende Entkrampfung des globalen Investitionsverhaltens die IT-Ausgaben in den USA im Vergleich zu 2001 um vier bis sechs Prozent und in Europa um sechs bis sieben Prozent ansteigen lassen. Die Kauflust im asiatisch-pazifischen Raum soll nach Einschätzung der Analysten sogar um zehn bis zwölf Prozent zunehmen. Der Hauptimpuls für den Aufschwung soll nicht zuletzt von dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) ausgehen. Sein voraussichtlich auch in den kommenden Jahren anhaltender Investitionszuwachs um 25 Prozent wird das Reich der Mitte nach den jüngsten IDC-Prognosen bis 2010 zum weltweit drittgrößten Markt heranwachsen lassen.

Im Zuge der Branchenrekonvaleszenz wird der Hype um die viel diskutierten Web-Services laut IDC in diesem Jahr seinen Höhepunkt erreichen - wirklich brauchbare Produkte und Dienstleistungen dürften allerdings erst in einigen Jahren zu erwarten sein. Für das Open-Source-OS Linux, das zu einer ernst zu nehmenden Betriebssystem-Alternative für den Einsatz in Unternehmen heranreife, erwartet IDC ein "Breakout Year". Als Gründe führen die Experten unter anderem die anhaltende finanzielle und Marketing-Unterstützung großer Anbieter wie IBM und Hewlett-Packard sowie Erfolge bei Service-Providern, Synergien mit IA-64-Servern sowie den wachsenden Einfluss von Linux bei der Unix-Vereinheitlichung an.

Microsofts XP - kein zweites Windows 95

Die Zukunft von Microsoft in den Augen der Auguren: Die Gates-Company dürfte im laufenden Jahr 75 Millionen Lizenzen von Windows XP verkaufen - allerdings werde das neue Betriebssystem den Hardwaremarkt nicht in dem Maße beleben können wie seinerzeit Windows 95. Vor allem der Enterprise-Sektor wird sich nach Ansicht von IDC nicht zur Migration auf das jüngste Microsoft-OS hetzen lassen. Nicht ganz einfach könnte sich für den Softwaregiganten das Unternehmensgeschäft mit Sicherheit und Lizenzpolitik für Windows XP sowie dessen Server-Variante .NET-Server gestalten. Digitale Identitätsdienste wie Microsofts "Passport" hingegen werden laut IDC in diesem Jahr Realität - wenn sich auch hier Hype und Wirklichkeit noch nicht deckten.

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