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IDC erwartet in EMEA geringeres PC- und Server-Wachstum

21.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass sich das Absatzwachstum bei PCs und Servern im laufenden Jahr in Europa deutlich verlangsamen wird. Nach einem Wachstum von 19 Prozent im vergangenen Jahr werde für 2005 in der Region Europa, Afrika und Nahost (EMEA) nur noch ein Wachstum von zwölf bis 13 Prozent erwartet, sagte die IDC-Expertin Karine Paoli am Donnerstag während einer Telefonkonferenz. Das starke Wachstum im vergangenen Jahr sei nicht zuletzt auf die Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen.

Im vierten Quartal 2004 konnte Hewlett-Packard vorläufigen Zahlen zufolge seine Marktführerschaft im Gesamtmarkt (Desktop, Notebooks und x86-Server) behaupten, gefolgt von Dell , dem taiwanischen Hersteller Acer, Fujitsu-Siemens und IBM.

Besonders stark habe sich die Nachfrage nach Notebooks entwickelt, von denen im vierten Quartal 34,6 Prozent mehr abgesetzt worden seien als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Kleine und mittlere Unternehmen lösten Desktop-Computer zunehmend durch Notebooks ab, sagte IDC-Analyst Andrew Brown in der Telefonkonferenz. Dieser Trend werde sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Zudem habe der US-Dollar im abgelaufenen Quartal die größten Kursverluste gegen den Euro im vergangenen Jahr verzeichnet. Der durchschnittliche Notebook-Verkaufspreis sei um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr und um vier Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal gesunken. Das habe die Weihnachtsnachfrage zusätzlich angefeuert.

Acer habe seine Führungsposition im Notebook-Markt behauptet und als einziger Hersteller mehr als drei Millionen Einheiten verkauft. HP habe Platz zwei erreicht, gefolgt von Toshiba. Fujitsu-Siemens schob sich den Angaben zufolge vorbei an Dell auf Platz vier. "Der Notebook-Markt ist von einer Sättigung weit entfernt", sagte Paoli. Die Ablösung von Desktop-Computern durch Notebooks werde weitergehen.

Dieser Trend habe Fujitsu-Siemens im Desktop-Markt einen Absatzrückgang von 1,5 Prozent beschert. Hier belege das Unternehmen mit einem Marktanteil von 6,7 Prozent Platz drei hinter HP und Dell. Auf Platz vier folge IBM. Der japanische Hersteller NEC belege Platz fünf.

Bei den x86-Servern habe HP Platz eins belegt, aber ein unterdurchschnittliches Absatzwachstum verzeichnet. Es folgten IBM auf Platz zwei und Dell auf Platz drei. Fujitsu-Siemens (Platz vier) habe mit 25,6 Prozent das stärkste Absatzwachstum aller Hersteller. Acer habe Platz fünf erreicht. Das Unternehmen wolle sich im laufenden Jahr stärker auf das Server-Geschäft konzentrieren, sagte Brown. (dpa/tc)