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IDC: Die IT-Talsohle ist durchschritten

21.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltweite Markt für Informationstechnik verzeichnet nach Einschätzung der International Data Corp. (IDC) in diesem Jahr mit einem Minus zum 2,3 Prozent den stärksten jemals verzeichneten Rückgang. Diese Zahl nannte das wie die Computerwoche zur International Data Group (IDG) gehörende Marktforschungsinstitut gestern im Zuge der Veröffentlichung seines "Worldwide Information Technology and Communications Spendig Forecast".

2002 am ärgsten gebeutelt wird den Auguren zufolge der Storage-Markt, in dem die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Prozent sinken. Für die Bereiche PC, Server sowie Workstations und Netzausrüstung erwartet IDC Rückgänge um 9,3 und 7,6 Prozent. Dies stehe "in scharfem Kontrast zu den Zuwächsen von im Schnitt zwölf Prozent pro Jahr, an denen sich die Branche in den vergangenen 20 Jahren erfreute", schreibt Chief Research Officer John Gantz in einer Mitteilung.

Das Schlimmste dürfte damit allerdings auch vorbei sein, erklärte IDC weiter. Für das kommende Jahr erwarten die Experten weltweit wieder ein Wachstum von 5,8 Prozent. Für die USA geht das Institut für 2003 von einem 4,4-prozentigen Wachstum der IT-Ausgaben aus. Die Ausgaben für Storage und Software sollen im Jahr 2005 wieder anziehen; die PC-Umsätze dürften laut IDC 2003 wieder leicht steigen, im folgenden Jahr aber zunächst wieder fallen.

Die genannte Prognose basiert allerdings auf einer relativ stabilen wirtschaftlichen Entwicklung. IDC hat deshalb erstmals auch einen "Downside"-Forecast veröffentlicht, der mögliche signifikante wirtschaftliche oder politische Veränderungen - etwa einen längeren Krieg im Irak oder einen weiteren Einbruch der weltweiten Finanzmärkte - berücksichtigt. Dieses Worst-Case-Szenario geht dann für das kommende Jahr von zwei Prozent Wachstum weltweit und drei Prozent in den USA aus. (tc)