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IDC: 2003 wird für Westeuropas IT ein hartes Jahr

10.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aktuellen Zahlen aus dem "Black Book" der IDC zufolge deutet sich in Westeuropa in diesem Jahr eine bescheidene Erholung des IT-Marktes an. Neue Investitionserhebungen deuteten darauf hin, der Markt habe 2002 die Talsohle durchschritten und werde heuer um zwei Prozent wachsen. Davon sollen vornehmlich Standardsoftware und Services mit Zuwächsen von 3,3 beziehungsweise 2,5 Prozent. Der Hardwaremarkt werde nach einem besonders schwierigen Jahr heuer noch mehr oder weniger stagnieren und 2004 zu positiveren Trends zurückkehren.

Kurzfristig würden geopolitische Spannungen die Nachfrage nach IT-Produkten bestimmen und hemmen, so die Auguren. Anschließend sollen die Technikausgaben allmählich wieder wachsen, das Plus werde sich aber im einstelligen Bereich bewegen. Dennoch werde der Fokus auf Innovation ungebrochen stark bleiben und in bestimmten Regionen und Marktsegmenten gute Geschäftschancen erschließen. Zu den dynamischsten Bereichen gehören laut IDC mobile Connectivity, Web-Services und Gerätekonvergenz. Parallel werde auch der Bereich Security angesichts von Bedrohungen durch Terrorismus und Cybercrime zulegen.

"Alles in allem wird der IT-Markt in Westeuropa weiterhin durch die schwierigen Geschäftsbedingungen und geringe Ausgaben für Investitionsgüter und Technik gedämpft", konstatiert Analystin Vicky Hawksworth. "Trotzdem lassen die Aussichten hoffen, und wir sehen in einigen Bereichen erfreuliche Entwicklungen, speziell um die Konzepte von Mobilität und Wireless herum."

Bei ihre aktuellen Anwenderbefragung "Project Barometer" hat die IDC ferner ermittelt, dass die Mehrheit der Anwender (37 Prozent) den Großteil ihrer IT-Budgets für 2003 in Infrastruktur-Upgrades investiert. Gelder für neue Initiativen dagegen haben eine geringere Priorität, vor allem bei großen Organisationen. Firmen lassen die Finger von großen, teuren Rollouts und wenden sich stattdessen kleineren, Punkt-zu-Punkt-Lösungen mit kürzerer Implementierungsdauer zu. Gleichzeitig bemühen sich die Anwender, ihre existierenden Systeme stärker auszureizen und ihre IT-Abteilungen effektiver zu betrieben. (tc)