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ICANN will sich reformieren

28.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) will ihre internen Strukturen reformieren. Ziel ist es, die eigenen Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Ferner soll darüber diskutiert werden, wie die Organisation, die das Domain Name System des Internet überwacht, ihre finanzielle Situation verbessern kann.

Zur Debatte stehen etwa Reformvorschläge wie eine Verkleinerung des ICANN-Boards von 18 auf 15 Mitglieder. Ferner wird diskutiert, ob ein Teil der ICANN-Mitglieder künftig nicht von einem Wahlgremium ernannt werden sollten, um so auf groß angelegte Wahlen zu verzichten. Ein weiterer Punkt sieht eine stärkere Beratungsfunktion der Regierungsmitglieder bei ICANN vor. Zudem wird die Schaffung der Position eines Ombudsmann erwägt. Um endlich die eigene finanzielle Misere in den Griff zu bekommen, bislang lebte das Gremium von Spenden, würde ICANN künftig gerne von akkreditierten Domain-Registrierungsstellen pro Domain-Name eine Gebühr von 25 Cent erheben.

Eher praktische Bedeutung für die Anwender könnte ein anderer Reformvorschlag haben: Falls die Registrierungsgebühren für einen Domain-Namen nicht bezahlt werden, sollen diese künftig erst nach 30 Tagen und nicht wie bisher bereits nach fünf Tagen an andere Interessenten verkauft werden. Die derzeitige Praxis führte nämlich dazu, dass sich Porno-Anbieter die Adressen säumiger Zahler unter den Nagel reißen und mit ihren virtuellen Rotlichtbezirken verlinken. (hi)