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Icann bremst .info-Cybersquatter aus

11.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) hat auf ihrem vierteljährigen Treffen einen Vergabestopp für Länder-Web-Adressen mit der Endung .info verhängt. Grund für die Maßnahme, die bis März 2002 dauern soll, war die Tatsache, dass sich viele "unbefugte" Anwender in der Vorregistrierperiode Länder-Domains reservieren ließen. Mit dem Vergabestopp will Icann Cybersquattern einen Riegel vorschieben, die darauf hoffen, die registrierten Länderadressen später gewinnbringend verkaufen zu können. Die Organisation, die die Vergabe von Domains überwacht, erwägt zudem, Adressen für die Länder zu reservieren, die bisher noch nicht in der Lage sind, die entsprechenden Websites einzurichten oder zu betreiben.

Ferner beschloss Icann auf seiner viertägigen Sitzung in Montevideo, Uruguay, den Weg für die neuen Domains auf .museum für Museen, .coop für Geschäftskooperativen sowie .aero für die Luftfahrtsindustrie frei zu machen. Die Registraturen dieser Adressen können nun mit der Einrichtung entsprechender Dienste beginnen. Der Fortschritt bei der Endung .pro ist hingegen ins Stocken geraten. Die Icann-Mitglieder konnten sich mit dem Unternehmen Registry Pro, das die Registrierung der .pro-Domains übernehmen soll, nicht bezüglich der Handhabung des Services einigen. Nähere Details wurden nicht genannt. Diese Entscheidung wurde auf das nächste Icann-Treffen vertagt.

Icann segnete zudem den Registraturwechsel der australischen Domain .au ab und richtete ein Komitee ein, das die Möglichkeit zur Verwendung nicht-englischsprachiger Schriftzeichen in Internet-Adressen untersuchen soll. Bislang können lediglich die 26 Buchstaben des englischen Alphabets, zehn Zahlen sowie ein Bindestrich benutzt werden. Icann kommt Mitte November erneut zusammen.