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IBM zeigt die Shark-Zähne

15.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM kündigt heute neue Highend-Storage-Systeme der "Shark"-Familie an. Offiziell hören die Systeme der Produktlinie "TotalStorage Enterprise Storage Server" auf die Modellbezeichnungen "800" und "800 Turbo". Sie verwenden unter anderem schnelle Festplatten mit 15.000 U/min (18,2 und 36,4 GB) sowie Power3-Kupferchips und erreichen laut Hersteller Datentransferraten von bis zu 2 Gbit/s. Ebenfalls integriert wurden Selbst-Management-Funktionen aus dem "Project Eliza".

Gegenüber bisherigen Modellen wurde die Leistungsfähigkeit mit dem Sechs-Wege-Turbo-Modell um bis zu 150 Prozent gesteigert. 125 Prozent mehr Durchsatz verspricht Big Blue für die Backup-Software "PPRC-XD" (Peer-to-Peer Remote Copy Extended Distance). Das Modell 800 verfügt über 64 GB internen Cache und 3,2 Gbit/s interne Bandbreite und unterstützt RAID-10-Datenspiegelung sowie Data Striping. Upgrades werden durch Capacity Upgrade on Demand und dynamische Installation unterstützt. Die Leistung lässt sich durch intelligentes Cache-Management und I/O-Priorisierung in die gewünschten Bahnen lenken.

Zur Einbindung in SANs (Storage Area Networks) offeriert IBM ergänzend 2-Gbit/s-Host-Adapter für Fibre Channel und FICON (shortwave oder longwave), diese sind abwärtskompatibel zu den im vergangenen Jahr vorgestellten 1Gbps-Interfaces. Ansteuern lässt sich der ESS Model 800 von Servern unter UNIX, Windows NT, Windows 2000, Novell NetWare, AS/400 sowie von S/390-Mainframes. Als Termin für die generelle Verfügbarkeit der neuen Sharks nennt IBM den 16. August.

Im Markt für Highend-Storage-Systeme konkurriert IBM vor allem mit EMC und Hitachi (dessen "Lightnings" unter anderem Sun und HP als Reseller verkaufen). IBM nimmt aber EMC offenbar weniger ernst. "Wir sehen EMC ehrlich gesagt mit ihren Systeme und ihrer Strategie nicht als Konkurrenz. Wir sehen sie nicht im Markt", erklärte Walter Raizner, General Manager Storage Products. "Der Faktor, gegen den wir jetzt arbeiten, ist Hitachi." Das kann EMC natürlich so nicht auf sich sitzen lassen. "Es sieht aus, als hätten sie [bei den neuen Sharks] nur Kleinigkeiten verändert und Bereiche ignoriert, in denen das System weiterhin größere Probleme macht", konzediert Ken Steinhardt, bei dem Rivalen aus Hopkinton Director of Technology Analysis. "Was wir hier vor uns haben ist ein toter Hai." "EMC ist im Highend sehr wettbewerbsfähig", glaubt ein wenig neutraler Analyst David Hill von der Aberdeen Group. Er schätzt den Marktanteil von EMC im Highend immer noch auf 45 Prozent,

im Vergleich zu 35 Prozent für Hitachi und 20 Prozent bei IBM. (tc)