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IBM will vorhandene Technik für Enterprise Service Bus verwenden

12.07.2004

IBM will zum Herbst dieses Jahres eine Messaging-Software vorstellen, die von ihren Eigenschaften her einem so genannten "Enterprise Service Bus" (ESB) entsprechen soll. Hinter ESB verbirgt sich ein flexibles und leichtgewichtiges Modell für die asynchrone, nachrichtenbasierende Integration heterogener Datenquellen und Anwendungen mit Hilfe von Standardverfahren und Transportmechanismen wie Java Connector Architecture (JCA), Java Messaging Service (JMS) XML und Web Services.

Entsprechende Integrationswerkzeuge sollen eine programmierfreie Plattform zum Design und zur Verwaltung (Content-basierende Transformationen, Weiterleitung, Schnittstellen) der Prozesse zwischen den lose miteinander gekoppelten Anwendungskomponenten stellen. Viele Experten sehen im ESB-Ansatz vor allem einen im Vergleich zu bisherigen Integrationsansätzen und - produkten kostengünstigeren und flexibleren Weg bei der Anwendungsintegration. Zugleich könnte ein ESB die derzeit wieder diskutierten serviceorientierten Architekturen (SOA) implementieren helfen. In diesem Szenario sollen Anwendungen oder Teile der Geschäftslogik mit Hilfe von Standardtechnik so entworfen und gekapselt werden, dass sie als "Dienste" im Netz flexibel und wiederverwendbar verfügbar sind. Ein ESB könnte hierbei die Prozesse und Regeln zwischen diesen Komponenten abbilden und steuern helfen.

Nachdem bereits einige Hersteller wie Sonic Software, Fiorano, Seebeyond, Webmethods, Intalio, Cap Clear oder die Software AG erste Produkte als ESB-konform anbieten, springen die Großen der Softwarebranche erst langsam auf den ESB-Zug auf. So arbeitet beispielsweise Microsoft unter dem Codenamen "Indigo" an entsprechenden Funktionen im nächsten Windows-Server-Betriebsystem, und Bea Systems hatte kürzlich Einblicke in das Projekt "Quicksilver" gegeben, das an einer ESB-Implementierung für 2005 arbeitet.

IBM hatte in punkto ESB zunächst erklärt, ein neues Java- und Web-Services-basierendes Tool entwickeln zu wollen. Nun jedoch vollzieht der Hersteller eine Kehrtwende und will stattdessen aus seinem immer weiter ausufernden Portfolio vorhandene Produkte nutzen. So arbeitet man laut Bob Sutor, Director of Websphere Infrastructure bei IBM, derzeit unter dem Codenamen "Jetstream" an Erweiterungen, die zum vierten Quartal 2004 zusammen mit Version 6 des Java-Applikations-Servers "Websphere" auf den Markt kommen sollen. Die Basis für den ESB sollen dabei offensichtlich die Integrationswerkzeuge "Websphere MQ" (Messaging) und "Websphere Integration" (Enterprise Application Integration) stellen. Kunden könnten so ihre bisherige Technik weiter nutzen und zugleich den Aufbau vermeintlich kostengünstigere ESB-Szenarien beginnen, erklärte Sutor. Zudem will der Hersteller im ersten Quartal 2005 ESB-geeignete Werkzeuge vorstellen. Diese werden auf dem quellenoffenen Entwicklungsframework

"Eclipse" basieren und neben XML- und Java-Standards auch spezielle Kommunikationsprotokolle wie das von Websphere MQ sowie für mobile und eingebettete Geräte unterstützen. (as)