OEM-Partnerschaft

IBM will Juniper-Produkte unter eigenem Namen verkaufen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
IBM hat angekündigt, Router und Switches von Juniper als Ergänzung für sein Server-Angebot für Rechenzentren unter eigenem Label zu verkaufen.
Künftig auch mit IBM-Logo: Die EX-Switches von Juniper.
Künftig auch mit IBM-Logo: Die EX-Switches von Juniper.

Mit dem seit langem erwarteten Schritt will Big Blue nach eigenen Angaben seinen Kunden mehr Flexibilität und eine größere Auswahl an Servern, Storage-Infrastruktur und Netz-Equipment zur Verfügung stellen. Die Auswahlmöglichkeit soll ihnen den Betrieb von Rechenzentren erleichtern und dabei helfen, die Betriebskosten zu senken, die Dienste zu verbessern und das potenzielle Risiko in den Griff zu bekommen. Im Zuge der wachsenden Virtualisierung im Rechenzentrum spielt das Netzwerk eine zunehmend wichtige Rolle, da Server, Storage und Datenverarbeitung zu einer großen Cloud werden, die lediglich durch die physikalische Infrastruktur eingeschränkt wird.

Zahlreiche Analysten bewerten die Kooperation mit Juniper als Reaktion auf den Plan des Netzwerkriesen Cisco, sich mit einer eigenen Server-Strategie, genannt Unified Computing System, ein Stück vom lukrativen Datacenter-Geschäft zu sichern. Gleichzeitig würde sich Big Blue gegen den Konkurrenten Hewlett-Packard rüsten. Dieser versucht inzwischen, die Produkte seiner Netzwerksparte Procurve enger an sein Server-Geschäft zu knüpfen.

Aktuell betrifft die nun getroffene OEM-Vereinbarung laut IBM "nur" die Ethernet-Switches und -Router von Junipers EX-, beziehungsweise MX-Serie. Wenn Juniper jedoch sein für 2010 erwartetes Projekt Stratus fertig gestellt hat, wäre IBM in der Lage, eine Komplettlösung für virtualisierte Rechenzentren zu verkaufen. So will Juniper mit Stratus eine einheitliche Rechenzentrumsstruktur realisieren, die - so das Unternehmen im O-Ton - "einen Quantensprung in Skalierbarkeit, Performance und Einfachheit ermöglichen soll - mit der Flexibilität, vollkommen konvergente und virtualisierte Rechenzentrumsumgebungen zu unterstützen".