Nach dem Kauf von Sun

IBM warnt vor Preiserhöhungen bei Oracle

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Steve Mills, Chef der Softwaresparte von IBM, bezweifelt, dass Oracle das Geschäft von Sun beflügeln kann. Es sieht Ärger für Kunden aufziehen.

In einem Gespräch mit unseren Kollegen von "Infoworld" bestätigte Steve Mills, dass Oracle durch den Kauf von Sun eine weitere Option erhalte, Hard- und Software zu einer Appliance zu bündeln, wie dies bereits durch ein Abkommen zwischen Oracle und Hewlett-Packard im Data Warehousing möglich ist. Doch bezweifelt Mills, dass es Oracle wirklich gelingen wird, das Geschäft mit Sun-Hardware voranzutreiben (Oracle hatte aber betont, im Hardware-Geschäft zu bleiben).

Der Grund hierfür sei, dass Sun seit Jahren keine Roadmap für seine Sparc-Rechner veröffentlicht habe und dadurch im Vertrieb leide (siehe auch wie IBM Oracle im Hardware-Geschäft angreifen will). Das werde sich unter Oracle nicht ändern.

Der Datenbankriese sei nun mal keine Hardware-Company und verfüge nicht über die Mittel, um jetzt eine Roadmap für das künftig Design oder die Fertigung neuer Sparc-Server zu präsentieren, behauptet Mills. Sun, das vom Hardware-Geschäft lebe, habe damit immer die gleichen (finanziellen) Probleme wie vor der Übernahme. "Sun gewinnt nichts durch den Verkauf an ein Unternehmen, das keine Hardware verkauft."

Oracle habe nun einen Geschäftsbereich, der nichts mit dem bisherigen Geschäft zu tun habe. Zugleich habe man dem Markt bereits Gewinne von 1,5 Milliarden für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Dieses Ziel sei nur erreichbar, wenn Oracle in gewohnter Manier die Preise erhöht und Mitarbeiter entlässt, lästert Mills. Dadurch werde die Kundenbasis weiter bröckeln und Konkurrenten viele neue Absatzchancen eröffnen.

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