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IBM versetzt Lotus-Chef Zollar zur iSeries-Sparte

09.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine interessante Personalie gibt es von IBM zu vermelden: Al Zollar (48), seit 26 Jahren beim Konzern und seit dem Jahr 2000 als Nachfolger von Jeff Papows Chef von Lotus (inzwischen Big Blues Lotus Software Group), wird einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge neuer General Manager des "iSeries"-Server-Bereichs (vormals AS/400). In einem internen E-Mail sei die Versetzung gestern angekündigt worden, schreibt das Blatt.

Al Zollar
Al Zollar

Zollar löst in der Hardwareabteilung Bill Duncan ab, der seinerseits zur Software Group wechselt und dort Partner betreuen wird. Neuer Chef der Lotus Software Group wird Ambuj Goyal (46), zuvor General Manager der Software Group für Lösungen und Strategie. Die genauen Hintergründe des Personalkarussels sind nicht bekannt. Experten sehen Lotus seit geraumer Zeit als wunden Punkt in IBMs Softwareportfolio. Unter anderem geht das Gerücht, der Bereich habe in einigen Quartalen des vergangenen Geschäftsjahres rote Zahlen geschrieben (IBM weist die Lotus-Ergebnisse nicht separat aus).

Lotus gehörte mit der Tabellenkalkulation 1-2-3 zu den PC-Softwareanbietern der ersten Stunde, fiel aber später hinter Microsoft zurück. Das Unternehmen fokussierte sich später auf die Messaging- und Groupware-Lösung "Notes/Domino" und wurde 1995 von IBM im Zuge einer feindlichen Übernahme für 3,5 Milliarden Dollar geschluckt. An der Unternehmensspitze standen zunächst frühere Lotus-Manager, Zollar - im Übrigen einer der ranghöchsten farbigen Manager bei Big Blue - war der erste IBM-Mann an der Spitze der Softwaretochter. Er fokussierte sich vor allem auf die Integration von Lotus in den Gesamtkonzern. (tc)