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IBM verkauft Rechenpower als Dienstleistung

01.07.2002
Bei IBM können Kunden ab sofort das Managed-Hosting-Programm "Virtual Linux Services" nutzen - Server-Kapazität on demand, die in "Service Units" à 300 Dollar abgerechnet wird.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM kündigt heute ein neuartiges Angebot an, bei dem der Konzern nicht mehr echte Hardware, sondern nur noch deren Rechenleistung nach Bedarf offeriert. Das Ganze hört auf den Namen "Linux Virtual Services" und verlagert Linux-Applikationen vom Anwender in Hosting-Zentren des Herstellers, wo die Software dann auf Server-, Storage- und Netzressourcen zugreifen kann. Die virtuellen Server installiert Big Blue auf logischen Partitionen von "zSeries"-Mainframes, deren Verwaltung die Dienstleistungssparte Global Services übernimmt.

"Wir denken, dieses Angebot eignet sich für Anwendern, die vor dem Kauf neuer Hardware stehen, aber auch für Unternehmen, die noch keinen Großrechner einsetzen und nicht in die Schulungen für zusätzliche Mainframe-Skills investieren wollen", erklärte ein Konzernsprecher.

Glaubt man IBMs neuer "eUtility"-Print-Kampagne, dann gibt es Rechenleistung künftig genauso einfach wie das Gas für den heimischen Herd.
Glaubt man IBMs neuer "eUtility"-Print-Kampagne, dann gibt es Rechenleistung künftig genauso einfach wie das Gas für den heimischen Herd.

Bezahlt wird für das Angebot nach "Service-Einheiten" zu je 300 Dollar, die nach Prozessorauslastung gemessen werden. Drei Service Units entsprechen dabei etwa der Leistung eines 1-Gigahertz-Intel-Servers; Kunden müssen einen Dreijahresvertag über eine bestimmte Anzahl Service-Units abschließen. Abweichungen bis zu zehn Prozent über den erwarteten Bedarf sind im Preis enthalten. Außerdem lässt sich zeitlich festgelegte Zusatz-Rechenpower ordern, etwa für Batch-Läufe; auch saisonale Anpassungen sind möglich. Damit sollen Mehrkosten für vorzuhaltende Überkapazitäten der Vergangenheit angehören. Gegenüber dem eigenen Betrieb eines Mainframes sollen Unternehmen mit Linux Virtual Services zwischen 20 und 55 Prozent Kosten sparen können.

Analysten sind allerdings noch ein wenig skeptisch. "Wir wissen, dass sich Kunden für so etwas interessieren, aber haben keine Ahnung, wie viele das tatsächlich nutzen werden", erklärt Marktforscherin Amy Wohl. Kollege Bruce Caldwell von Gartner sieht IBM in Sachen "Utility Computing zwar an vorderster Front, allerdings seien "die Preise noch immer zu kompliziert. Das ist nicht mit Elektrizität oder Telefon vergleichbar."

Weitere Informationen zum neuen Managed-Hosting-Angebot von IBM finden sich in dieser (englischsprachigen) PDF-Datei. (tc)