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IBM übertrifft Erwartungen - trotz Gewinneinbuße

20.07.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund strenger Kostenkontrollen meldete IBM für sein zweites Fiskalquartal ein besseres Ergebnis, als von der Wallstreet erwartet wurde. Der operative Gewinn des Unternehmens lag mit 1,94 Milliarden Dollar oder 1,06 Dollar je Aktie um sechs Cent über den Prognosen der Analysten. Ein Jahr zuvor verzeichnete Big Blue einen Profit von 1,71 Milliarden Dollar oder 91 Cent pro Anteilschein. In Bezug auf den Nettogewinn, der im abgelaufenen Quartal identisch mit dem operativen Profit ist, musste IBM jedoch Einbußen von 19 Prozent hinnehmen: Ein Jahr zuvor betrug das Plus aufgrund außergewöhnlicher Zugewinne (671 Millionen Dollar) noch 2,39 Milliarden Dollar oder 1,28 Dollar je Aktie. Die Umsatzzahlen ließen im Vorjahresvergleich geringfügig von 21,9 auf 21,7 Milliarden Dollar nach.

Der Umsatz im Bereich Hardware fiel um rund fünf Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Dabei sei die Nachfrage nach Mainframes und AS/400-Rechnern gesunken. Zudem wurden laut Finanzchef John Joyce wegen Komponentenmangels weniger PCs verkauft. Allerdings habe der PC-Sektor sein Defizit von 153 Millionen Dollar im zweiten Quartal des Vorjahres auf 69 Millionen Dollar reduziert.

Das Softwaregeschäft hingegen konnte seine Einnahmen um zwei Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar steigern. IBM macht dafür die größere Nachfrage nach Internet-Software verantwortlich. Die Dienstleistungssparte legte beim Umsatz um 2,4 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar zu.

Marktbeobachter machten vor allem die Sparmaßnahmen von IBM-Finanzmann Joyce für das solide Ergebnis verantwortlich. Dieser hatte im abgelaufenen Quartal unter anderem die Verwaltungs- und Vertriebskosten gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 3,87 Milliarden Dollar gesenkt. Joyce rechnet in der zweiten Jahreshälfte nun mit einer zweistelligen Umsatzwachstumsrate. Die Prognosen der Analysten, die für das gesamte Jahr einen Gewinn von 4,36 Dollar je Aktie ansetzen, hält er für realistisch.