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IBM überraschend stark profitabel

19.07.2005
Trotz Umsatzrückgang nach dem Verkauf der PC-Sparte konnte IBM seinen Gewinn im zweiten Quartal deutlich steigern, vor allem aufgrund des guten Service- und Softwaregeschäfts.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Computerkonzern International Business Machines (IBM) hat im zweiten Quartal 2005 dank guter Dienstleistungs- und Softwaregeschäfte geglänzt. Dabei übertraf IBM die Gewinnerwartungen der Wall Street deutlich. Die IBM-Aktien legten am Montag nachbörslich kräftig um 4,3 Prozent auf 85,33 Dollar zu.

IBM stand aber auch ganz unter dem Einfluss des Verkaufs seiner Personal-Computer-Sparte an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo. Der Verkauf brachte einen Sondergewinn von 1,1 Milliarden Dollar. IBM erhielt aus einem kartellrechtlichen Vergleich mit Microsoft 775 Millionen Dollar. Es gab Sonderbelastungen für Restrukturierungen von 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern. Dabei ging es vor allem um einen weit reichenden Personalabbau.

"Wir haben unser PC-Geschäft reibungslos an Lenovo übertragen, haben in Europa ein gestrafftes Management-System eingeführt und haben wichtige Teile der Gesellschaft im Hinblick auf zukünftiges Wachstum restrukturiert", erklärte Konzernchef Samuel Palmisano am Montag nach Börsenschluss. IBM hat nach seinen Worten im zweiten Quartal "wieder Form erreicht".

IBM verdiente im zweiten Quartal aus dem laufenden Geschäft 1,85 (1,74) Milliarden Dollar oder 1,14 (1,01) Dollar je Aktie. Der globale Computer-Branchenführer verdiente unter Ausklammerung von Sonderfaktoren in dem Dreimonatsabschnitt 1,8 (Vorjahresvergleichszeit: 1,7) Milliarden Dollar oder 1,12 (1,01) Dollar je Aktie. Die Wall Street war nur von einem Quartalsgewinn von 1,03 Dollar je Aktie ausgegangen.

IBM setzte im zweiten Quartal 22,3 Milliarden Dollar (umgerechnet 18,5 Milliarden Euro) oder 3,6 Prozent weniger als in der entsprechenden Vorjahreszeit um. IBM hatte seine PC-Sparte Ende April verkauft. Im Quartalsumsatz des Unternehmens waren deshalb nur noch 557 Millionen Dollar PC-Umsätze enthalten. Klammert man das PC-Geschäft ganz aus, dann gab es gegenüber dem zweiten Quartal 2004 einen IBM-Umsatzanstieg von sechs Prozent.

IBM setzte in der Region Europa/Naher Osten/Afrika unverändert 7,4 Milliarden Dollar um. Klammert man den PC-Bereich und Wechselkursveränderungen aus, gab es dort einen Umsatzanstieg von vier Prozent.

Das Dienstleistungs- und Consulting-Geschäft, der Softwarebereich und die Geschäfte mit mittleren und kleineren Firmen entwickelten sich besonders gut. Der Dienstleistungsumsatz erhöhte sich um sechs Prozent auf zwölf Milliarden Dollar. Dies ist die mit Abstand wichtigste IBM-Sparte. Sie brachte mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes. IBM holte Dienstleistungsaufträge im Wert von 14,6 Milliarden Dollar herein und hatte zum Quartalsende bei Dienstleistungen einen Auftragsbestand von 113 Milliarden Dollar.

IBM hatte wegen des weggefallenen PC-Bereichs in der Hardwaresparte einen starken Umsatzrückgang von 25 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zu verzeichnen. Die Software-Sparte steigerten den Umsatz um zehn Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.

Die Bruttogewinnmarge erhöhte sich in der Berichtszeit kräftig auf 39,4 (36,4) Prozent. Das Unternehmen hatte zum Quartalsende 8,7 (10,6) Milliarden Dollar liquide Mittel in der Kasse. IBM kaufte im zweiten Quartal eigene Aktien im Gesamtwert von 1,6 Milliarden Dollar zurück.

IBM setzte im ersten Halbjahr 45,2 (45,3) Milliarden Dollar um und verdiente 3,2 (3,1) Milliarden Dollar oder 1,96 (1,80) Dollar je Aktie. (dpa/tc)