Lotusphere 2012

IBM tunt Notes mit Social-Business-Funktionen

20.01.2012 | von 
Markus Strehlitz
Markus Strehlitz beschäftigt sich als freier Journalist mit allen Aspekten rund um das Thema Informationstechnologie sowie weiteren Technikthemen. Er schreibt sowohl für Fachzeitschriften wie Computerwoche und Online-Medien wie zdnet.de als auch für Tageszeitungen oder Wissenschaftsmagazine. Vor seiner Selbständigkeit arbeitete er als Redakteur im Software-Ressort der Computer Zeitung.
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Mit Hilfe von Social Software will IBM verloren gegangenes Terrain im E-Mail-Markt zurückgewinnen. Eine neue Variante von Notes bietet den Nutzern eine Kombination aus Collaboration-Werkzeugen und Enterprise 2.0.

"Wir befinden uns inmitten einer Schlacht um den E-Mail-Markt", sagte Jeff Schick, Vice President für Social Business bei IBM. Um diesen Kampf zu bestehen und sich von Konkurrenten wie Microsoft oder Google abzuheben, erweitert IBM die hauseigene E-Mail-Plattform Notes kontinuierlich mit Social-Software-Funktionen. Auf der Anwenderkonferenz Lotusphere in Orlando zeigte Big Blue die jüngsten Ergebnis dieser Strategie.

Software wird in Services zerlegt

"Wir befinden uns inmitten einer Schlacht um den E-Mail-Markt", Jeff Schick, Vice President für Social Business bei IBM.
"Wir befinden uns inmitten einer Schlacht um den E-Mail-Markt", Jeff Schick, Vice President für Social Business bei IBM.
Foto: IBM

Mit der Social Edition von Notes können Anwender den Activity Stream der Web-2.0-Plattform "Connections" innerhalb der Mail-Lösung nutzen. Der Activity Stream besteht aus einer Art News-Feed, der Nutzer ständig mit Informationen zu den für sie relevanten Ereignissen versorgt - beispielsweise einer Nachricht aus sozialen Netzwerken oder einer Freigabe-Anfrage aus dem SAP-System. Mit Hilfe des Features "Embedded Apps" lassen sich die Informationen in Notes bearbeiten. Man muss nicht zwischen den Anwendungen wechseln.

Laut Gartner-Analyst Matt Cain folgt IBM damit dem Trend, traditionelle Collaboration-Werkzeuge verstärkt mit Social-Software zu verschmelzen. Die entsprechenden Systeme werden in ihre Funktionen zerlegt, die dann als Services für verschiedene Nutzeroberflächen zur Verfügung stehen. So lassen sich klassische Werkzeuge wie E-Mail neben Web-2.0-Features wie Blogs oder Profile in einer Nutzeroberfläche verwenden - auf dem Desktop wie auf mobilen Endgeräten. IBM setzt diese Strategie mit offenen Standards wie "Opensocial" um.

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Connections auch für Exchange

Notes bietet so Social-Software-Funktionen - umgekehrt lässt sich die Web-2.0-Plattform Connections auch als Frontend für E-Mail und Kalender verwenden. In der kommenden Version soll die Lösung an Mail-Server wie Domino, aber auch Microsoft Exchange angebunden werden. Nach Ansicht von Cain grenzt sich IBM damit klar von Konkurrent Microsoft ab. Denn die Redmonder verfolgten eine monolithische Strategie, die weniger offen sei für die Veränderungen im Collaboration-Markt. Frank Heuer, Analyst bei der Experton Group, sieht IBM denn auch auf dem richtigen Weg. "Gerade größere Unternehmen haben großen Bedarf an sicheren Social-Software-Lösungen, die den Anforderungen der Geschäftswelt genügen", so Heuer. "Und IBM bietet solche Lösungen."

Es erscheint sinnvoll, dass IBM seine Social-Software-Techniken einsetzt, um die traditionelle Collaboration-Lösung Notes zu stärken. Denn anders als im E-Mail-Bereich habe IBM bei den Social-Software-Tools eine gute Marktposition inne. Zudem kommt Connections nicht nur bei Analysten, sondern auch bei Anwendern an. Allerdings dürfte es schwierig werden, den Boden wieder gut zu machen, den man im E-Mail-Sektor verloren hat. "Für IBM wird es zunächst darum gehen, angesichts des zunehmenden Wettbewerbs seinen Marktanteil zu halten", meint Heuer.

(Teaserbild: IBM)

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