IT-Kosten berechnen

IBM Tivoli macht IT-Kosten transparent

Wer seine IT-Kosten rechtfertigen muss, kommt um Tools zur Wirtschaftlichkeitsberechnung kaum herum. Der "IBM Tivoli Usage and Accounting Manager" (ITUAM) soll ermitteln, wer und was welche IT-Ressource wie genutzt hat.

Der Bedarf nach einer vollständigen IT-Kostenkontrolle dürfte in den kommenden Monaten so hoch wie selten zuvor sein. Ähnlich wie die kundenbezogene und nutzungsabhängige Verrechnung von Strom und Wasser sind auch in der IT Mechanismen gefragt, mit denen sich der Gebrauch per Anwendung, Abteilung, Kostenstelle oder Projekt messen lässt und die Kosten dafür revisionssicher nachweisbar sind, erklärt Jörg Weikopf von der IBM Software Group. Besonderes Gewicht verleihen dieser Disziplin auch die inzwischen vermehrt virtualisierten Umgebungen, in denen die eindeutige Kostenzuordnung beziehungsweise Ressourcen-Allokation die Situation erschweren.

IBMs Antwort für diese Aufgabe lautet ITUAM, eine Cross-Plattformlösung, die Verbrauchsdaten über Betriebssysteme, Datenbanken, Netze, Speicher und Anwendungen auch in virtuellen Umgebungen sammelt, ebenso finanzrelevante Daten, und die verwendeten IT-Ressourcen den organisatorischen Einheiten eines Unternehmens zuordnet. Im Wesentlichen besteht das Produkt aus einem Applikations-Server, aus Kollektoren für die abzufragende Software wie VMware, Microsoft Windows, SAP, Oracle und IBM-Systeme sowie einer Datenbank (DB2, SQL Server oder Oracle).

Die ITUAM-Komponenten

ITUAM und seine Komponenten.
ITUAM und seine Komponenten.
Foto: IBM

Zentrale Anwendung ist der ITUAM-Server, der alle Messdaten über die Kollektoren empfängt, analysiert, in der Datenbank speichert und für die Berichterstattung aufbereitet. Er besteht aus mehreren Komponenten. So erfolgen Konfiguration und Administration der Anwendung über die Web-basierende Integrated Solution Console (ISC). Auch die Processing-Engine gehört dazu, deren "Jobrunner" dafür sorgt, dass die Rohdaten der Kollektoren in das CSR-Format von ITUAM konvertiert werden. Die normalisierten Daten lassen sich dann auf vorhandene Verrechnungseinheiten (Resources) abbilden und sind mit einstellbaren Raten verknüpft (Kosten pro Einheit). Beispielsweise kann die Einheit CPU-Sekunde (Unix) zehn Cent entsprechen.

Ferner werden die Messdaten mit geschäftsrelevanten und organisatorischen Daten verknüpft, um so den Bezug von technischen Ressourcen zu Geschäftsinformationen zu erreichen. Man spricht dann von der Account-Code-Konvertierung. Anschließend werden die Daten prozessiert, in der ITUAM-Datenbank abgelegt und Billing-Dateien erzeugt, die sich an andere Geschäftsapplikationen wie ERP-Systeme weitergeben lassen.

Das Web-Reporting holt aus den Datenbanken die bearbeiteten Verbrauchswerte und stellt anhand gängiger Reporting-Techniken (Microsoft Reporting Services oder Birt) die gewünschten Berichte zusammen. Diese stellt das mandantenfähige Web-Reporting Modul mit Hilfe eines Web-Servers (Microsoft IIS) unternehmensweit bereit. Über die bearbeiteten Daten ist es möglich, detaillierte Berichte und Rechnungen in Form druckfähiger Dokumente, interner Abrechnungen oder als Datei auszugeben.

Abgerundet wird die Anwendung vom Web-basierenden Financial Modeler, der finanzbezogene IT-Aufgaben unterstützt. Mit ihm lassen sich eine Preiskalkulation und die Bestimmung der benutzerabhängigen Kosten für Ressourcen (Rating) erstellen. Der Financial Modeler erlaubt die Kostenanalyse und Budgetplanung sowie einen Soll-Ist-Abgleich der erfassten Verbrauchswerte mit dem Modell, um eine Feinjustierung des Gebührenmodells vorzunehmen. Die Verwendung verschiedener Modelle erlaubt zudem Planspiele.