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IBM sucht händeringend nach Spezialisten für i5-Systeme

19.07.2006
Zumindest in den Vereinigten Staaten von Amerika sucht IBM mit Vehemenz Nachwuchskräfte für seine Mittelklasserechner der "i5"-Linie. Früher hießen die Server "iSeries", noch davor waren sie als AS/400-Produktfamilie bekannt.

Linda Grigoleit, die bei Big Blue für den Nachwuchs und die Ausbildung von Fachkräften im i5-Segment verantwortlich zeichnet, sagte: "Wir brauchen viel mehr Spezialisten in diesem Rechnerbereich als wir haben."

Für die Mainframe-Produktlinie hatte der Computerriese bereits früher das Ziel postuliert, bis zum Jahr 2010 rund 20.000 Experten auszubilden. Solch eine Vorgabe gibt es für die Midrange-Division nicht. Allerdings versuche man, bestimmte Universitäten anzusprechen, die wiederum mit einem ausgewiesenen Kundenkreis und mit Partnern zusammenarbeiten, die im i5-Umfeld tätig sind, sagte Grigoleit.

IBM geht es bei den zu findenden i5-Experten nicht um solche, die nur punktuelles Wissen vorweisen können. Es ist auch nicht damit getan, die den i5-Systemen inhärente RPG-Programmiersprache zu beherrschen. Davon gibt es zumindest in den USA offensichtlich genügend Kandidaten. RPG-Fertigkeiten reichen nicht mehr, um den Arbeitsanforderungen an Big Blues Mittelklasserechnern zu genügen.

Kandidaten sollten auch Java-Programmierkenntnisse aufweisen und Websphere-Erfahrungen besitzen. Sehr gefragt ist ein Aspirant, der mit Web-Applikationen gekonnt jonglieren kann, gleichzeitig aber auch die Spezifika des i5-Systems beherrscht, also etwa Kenntnisse der in das i5-Betriebssystem integrierten DB2-Datenbank vorweisen kann.

Solche Spezialisten sind für IBMs Midrange-Linie von vitalem Interesse. Ein Anwender brachte die Problematik, die IBMs Nachwuchssorgen für die i5-Produktfamilie bedeutet, auf den Punkt: Man müsse die Eigenschaften dieses Servertyps schon beherrschen, um auch deren Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale gegenüber Konkurrenzprodukten darstellen zu können. Wenn es für diese Aufgabe keine geeigneten Fachkräfte mehr gibt oder diese immer seltener würden, würde IBM ein grundsätzliches Problem bekommen mit und für den i5-Produktbereich.

Ein Problem, das international sein dürfte und das alle mehr oder weniger proprietären und aus der IT-Geschichte in die Jetztzeit ragenden Rechnerkategorien betrifft, ist dabei das mangelnde Wissen, dass Universitätsabgänger über diese "IT-Fossile" und deren Funktionsweise besitzen. Alan Caswell, i5-Berater aus Seattle, sagt, junge IT-Spezialisten seien alle mit Windows aufgewachsen und "das ist alles, was sie wissen und wovon sie eine Ahnung haben".

Weltweit, so IBM-Ausbildungschefin Grigoleit, gibt es rund 250 Colleges und Universitäten, die noch i5-Ausbildungsangebote bieten. (jm)