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IBM: Storage Tank kommt 2003

24.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM hat versprochen, dass seine fast schon mythische "Storage-Tank"-Software zusammen mit einer selbst entwickelten Virtualisierungstechnik im kommenden Jahr als erstes heterogenes File System am Markt erscheinen soll. Die Aussicht eines Dateisystems, das mehrere Quell-Betriebssysteme unterstützt, wäre nach Ansicht von "Computerwire" sogar noch Ende kommenden Jahres eine Sensation und könnte die teils klägliche Storage-Tank-Historie glatt vergessen machen.

Storage Tank wurde im Jahr 2000 erstmals angekündigt. Seit rund einem Jahr war über die Fortschritte der Entwicklung (das Projekt wurde immer wieder zwischen der Konzernmutter und ihrer Systems-Management-Tochter Tivoli hin und her geschoben) praktisch nichts mehr zu hören. Wann die Software wirklich erscheint, überließ Big Blue vorerst der Spekulation. Ein Betatest soll zumindest voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen - angesichts der Komplexität des Vorhabens schließt dies eine Marktreife Anfang kommenden Jahres so gut wie aus.

Mike Zisman, General Manager der Storage Software Group, entschuldigte die große Verspätung unter anderem mit der Tatsache, dass Storage Tank bei seiner ersten Ankündigung durch Tivoli lediglich eine "Technik-Initiative" gewesen sei. Trotzdem hatte Tivoli seinerzeit einen Erscheinungstermin Mitte 2001 avisiert.

Wie Storage Tank aussehen wird, ist mittlerweile schon deutlich klarer als sein Erscheinungstermin. Laut Zisman wird ein Metadaten-Cluster auf Linux-Appliances laufen, die wiederum mit Application Servern kommunizieren, auf denen korrespondierende Client-Software installiert ist. Diese Server können auf die von Storage Tank verwalteten Daten gemeinsam zugreifen, obwohl sie unter verschiedensten Betriebssystemen (AIX, Windows 2000, HP-UX und Solaris für das erste Release) laufen.

Das Data-Sharing umfasst unter anderem Locking-Mechanismen. Hinzu kommt eine Policy-basierte Management-Anwendung, die unter anderem die Verteilung von Daten in SANs (Storage Area Networks) entsprechend ihrer Charakteristika übernimmt und beispielsweise die wertvollsten Informationen auf die sichersten und meistgespiegelten Arrays legt.

"Wenn sie das hinbekommen, ist es enorm", bescheinigt Arun Taneja, Analyst bei The Enterprise Storage Group. Bislang habe ihn IBMs Gebaren wenig überzeugt. "Sie waren lächerlich oberflächlich. Aber inzwischen können sie eine Menge Fragen dazu beantworten, was sie da machen, und das hat Hand und Fuß." (tc)