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IBM stellt neuen Großrechner vor

26.02.2008
Von Handelsblatt 
IBM hat am Dienstag einen Großrechner der neuen Generation vorgestellt, der die Leistung von rund 150 herkömmlichen Servern ersetzen kann.

RUK MÜNCHEN. IBM hat am Dienstag einen Großrechner der neuen Generation vorgestellt, der die Leistung von rund 150 herkömmlichen Servern ersetzen kann. Die Rechenanlage der Serie z10 verbrauche dabei bis zu 85 Prozent weniger Energie und nehme im Vergleich 85 Prozent weniger Raum ein, teilte der Computerkonzern und IT-Dienstleister mit.

Heutige Großrechenanlagen, im Fachjargon Mainframes genannt, gelten schon seit einigen Jahren als Auslaufmodell. Die Zukunft gehört demnach kleineren und flexibleren Servern, die sich schnell an veränderte Geschäftsbedingungen anpassen lassen. In großen Unternehmen wie Banken, Personalverwaltungsfirmen und Fluggesellschaften oder bei Behörden werden Mainframe-Großrechner jedoch weiterhin eingesetzt und für Datensicherheit und Zuverlässigkeit geschätzt.

Der Großrechner "System z10" soll Kunden dabei helfen, ein Unternehmensrechenzentrum neuer Generation aufzubauen. Mit 64 speziellen Prozessoren, basierend auf Quad-Core-Technologie (vier Rechnerkerne in einem Chipgehäuse), bietet er nach Aussagen von IBM eine höhere Leistung gegenüber vielen Servern nach dem so genannten Industriestandard (x86). Er kann dabei von einigen hundert bis zu Millionen Anwendern unterstützen.

Wichtige moderne Einsatzfelder sind etwa medizinische Bildverarbeitung, automatisierte Finanzdienste und das Betreiben von Plattformen des Mobilfunks. Nach Angaben von IBM rechnet die Branche damit, dass bis 2010 etwa 30 Prozent des weltweiten Speicherbedarfs für medizinische Bilddatenbanken benötigt werden. In der Finanzwelt unterstützt der Rechner etwa den mathematisch gestützten Wertpapierhandel. Bei den Handy geht es vor allem darum, die weltweit enorme Zahl von bis zu vier Milliarden Nutzern zu bewältigen.

Zusätzlich zur neuen Großrechnergeneration hat IBM ein 300 Millionen-Dollar-Investment bekanntgegeben, mit dem IBM Kunden dabei unterstützen wird, die nächste Generation des Rechenzentrums zu entwickeln. IBM investiert dabei in IT-Architekten, technisches Know-how sowie Design- und Testzentren. Kunden können dabei Serviceangebote nützen, um ihre Infrastruktur effizienter zu machen, besser auszulasten und zu flexibilisieren.