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IBM stellt erstes Kassenterminal für das Internet vor

11.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der Kassenterminalfamilie "Sure POS 700" treibt die IBM das E-Business einen entscheidenden Schritt voran. Die in einem Pilotprojekt erstmals in Deutschland bei Karstadt eingesetzten Kassensysteme machen es für Kunden möglich, von zu Hause aus über das Internet Ware zu bestellen und diese dann später im Geschäft abzuholen.

Zum ersten Mal wird es so auch möglich sein, Waren umzutauschen. Sämtliche Finanztransaktionen lassen sich über IBMs Terminals abwickeln. Hierzu muss der Kunde nur eine "intelligente" Karte, eine sogenannte Smartcard, durch ein Lesegerät des Point-of-Sales-(POS-)Terminals einlesen lassen. Dort werden nicht nur die persönlichen Daten des Käufers festgehalten. Zur Identifizierung des Kunden gibt der POS-Monitor auch das Konterfei des Käufers wieder. IBM nutzt zudem eine Fingerabdrucktechnologie. Sollte ein Unbefugter versuchen, beispielsweise mit einer gestohlenen Smartcard einzukaufen, so verhindert dies spätestens dieses Identifikationssystem.

Neben dem aktuellen Einkauf kann auf der Smartcard auch eine komplette Geschichte aller Käufe eines bestimmten Kunden gespeichert und am POS-Bildschirm ausgegeben werden. Natürlich lassen sich diese Daten auch in der Datenbank eines Verkäufers abgelegen. Neben Bedenken um die Gefahren eines so durchleuchteten Kunden gibt es aber auch vorteilhafte Effekte solcher Nabelschau: Unternehmen wie Karstadt können mit diesen Daten etwa ihre kauffreudigsten Kunden ermitteln und auf diese zugeschnittene Sonderangebote erstellen.

Offiziell verfügbar sollen die Sure-POS-700-Terminals ab kommenden Monat sein. Neben Karstadt ist das System auch bei einigen US-Wiederverkäufern in der Testphase. IBM rechnet damit, dass diese ersten webbasierten Kassenterminals spätestens im Juli 2000 in den Echtbetrieb gehen werden. Sie arbeiten sowohl unter Windows 98 als auch Windows 2000.