Umsatzeinbruch

IBM senkt Preise für Linux auf dem Mainframe

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Nach herben Umsatzeinbußen senkt IBM die Preise für Linux-Prozessoren und schnürt Bundlepakete für seine Mainframe-Systeme.

Die Einnahmen der IBM mit den System-z-Mainframes waren im zweiten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahr um 39 Prozent eingebrochen. Der konzernweite Umsatz ging demgegenüber nur um 13 Prozent zurück. Das Management reagiert nun mit drastischen Preissenkungen für einige Linux-Prozessoren in den Großrechnern. Zwar nennt der Anbieter keine konkreten Zahlen. Das britische Nachrichtenportal Channel Register will jedoch erfahren haben, dass die Preise teilweise um fast die Hälfte zurückgenommen werden. Die Mainframe-Umsätze ankurbeln sollen zudem diverse Bundles aus Hardware, Software und Dienstleistungen, mit denen IBM vor allem die Erzrivalen Hewlett-Packard (HP) und Sun Microsystems angreift.

Das Mainframe-Geschäft verläuft ausgesprochen zyklisch, erläutert Charles King vom amerikanischen Analystenhaus Pund-IT. Die größten Einnahmen verbuche IBM regelmäßig kurz nach Markteinführung neuer Produkte. Danach gehe das Geschäft allmählich zurück. Der Umsatzeinbruch im laufenden Jahr kommt deshalb kaum überraschend. Die letzte große Mainframe-Serie System z10 hatte IBM bereits im Februar 2008 vorgestellt.

King wertet den jüngsten Schritt der IBM-Verantwortlichen als Beleg dafür, dass das Open-Source-Betriebssystem Linux sich zunehmend zum Treiber für das Großrechnergeschäft entwickelt. Ausgestattet mit spezialisierten Prozessoren für Linux, im IBM-Jargon "Integrated Facility for Linux" (IFL), sollen sich die Rechnerboliden insbesondere dazu eignen, x86- und Unix-Anwendungen auf einer Plattform zu konsolidieren. Die Preissenkungen beziehen sich denn auch explizit auf diverse IFL-Angebote.

IBM reagiere mit den attraktiveren Linux-Angeboten auch auf die aktuellen Xeon-Prozessoren (Codename: Nehalem) von Intel, erklärte Karl Freund, Marketing-Manager für die System-z-Produkte gegenüber Channel Register. Diese bringen im Vergleich zu den Vorgängermodellen erhebliche Leistungszuwächse (siehe auch: Nehalem-Server in den Startlöchern). (wh)