Managed Services

IBM paketiert weitere IT-Dienste

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
IBM erweitert seine Managed-Service-Suite "RMIS" um Funktionen für das Datenbank-, Netz-, Speicher- und Middleware-Management.
Foto: IBM

Vor knapp einem Jahr, im August 2007, begann IBM mit der Paketierung von IT-Dienstleistungen. In der RMIS-Suite (Remote Managed Infrastructure Services) hat IBM vorgefertigte Funktionen für das Server-Management gebündelt. Dazu zählen etwa die Server-Überwachung, das Ereignis-Management sowie das Störungs-, Problem- und Änderungs-Management und einige grundlegende Berichtsfunktionen. Anders als in klassischen Outsourcing-Projekten übernimmt IBM im Rahmen des RMIS-Service weder IT-Anlagen noch Personal. Die Server bleiben im Rechenzentrum des Anwenders stehen. Es müssen auch keine Boliden von IBM sein, die der IT-Dienstleister verwaltet. "Ob Windows oder Linux auf einem IBM- oder Dell-Rechner läuft, ist egal", sagte Mike Dorosh, Global Server Manager in IBMs Server Services Product Line. "Wichtig ist das Betriebssystem."

Angebot für Mittelständler und Konzerne

Managed Services im Video-Beitrag: Helmut Krcmar, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU München,und Uli Reinhold, CIO bei Novem Car Interior Design, schildern Ihre Einschätzung und Erfahrung.
Managed Services im Video-Beitrag: Helmut Krcmar, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU München,und Uli Reinhold, CIO bei Novem Car Interior Design, schildern Ihre Einschätzung und Erfahrung.

Das Serviceangebot beschränkt sich also auf Windows- und Linux-Installationen, für die darunterliegende Hardware lautet die Bedingung lediglich: "Keine Exoten", so Dorosh. IBM spricht Anwender mit mindestens 15 Servern an, die Bandbreite der möglichen Nutzer erstreckt sich von kleineren Mittelständlern bis zu Konzernen. In den zurückliegenden Monaten hat sich gezeigt, dass Anwender diese Art von Services häufig als Teil eines großen Outsourcing-Abkommens beziehen. Nicht zuletzt deshalb fürchtet IBM wohl mögliche Kannibalisierungseffekte mit den herkömmlichen Auslagerungsangeboten: "Managed Services sind nicht für jeden Anwender geeignet", klärt Frank Reichert, Director of Server Services bei IBM in Deutschland, auf. "Einige Unternehmen wollen individuell zugeschnittene Lösungen. RMIS ist ein weltweit standardisiertes Angebot." So sind etwa paketierte Services für das Mainframe-Geschäft ausdrücklich nicht Bestandteil von RMIS und werden es auch nicht werden.

Die RMIS-Dienste werden weltweit definiert und betrieben. 70 bis 80 Prozent der anfallenden Arbeiten verantworten IBM-Mitarbeiter in Indien, vornehmlich sind dies Monitoring-Aufgaben. Dort beschäftigt Big Blue mittlerweile weit über 70.000 IT-Experten. Lediglich den Verkauf, einige Helpdesk-Services sowie länderspezifische Anpassungen und die Lösung hartnäckiger Probleme übernehmen IBM-Mitarbeiter in den jeweiligen Ländern. Ist tatsächlich ein Einsatz vor Ort beim Kunden erforderlich, übergibt IBM diese Aufgabe bei Bedarf auch Partnerunternehmen.

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