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IBM-Manager sagt gegen Microsoft aus

04.05.1999
Die Schlammschlacht geht weiter

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Der IBM-Mitarbeiter Garry Norris wird im Antitrust-Prozeß als erster Vertreter eines Wintel-OEMs gegen Microsoft aussagen. Nach Meinung der amerikanischen Justizbehörden sowie der 19 an der Klage beteiligten Bundesstaaten könne der Manager darlegen, daß die Gates-Company durch ihr Betriebssystem-Monopol Computerhersteller quasi erpreßte. Bislang hatte sich IBM mit Aussagen gegen Microsoft zurückgehalten, um die eigenen Geschäfte nicht zu gefährden. Beobachter interpretieren den Schritt als Vermutung von Big Blue, die Justizbehörden könnten den Fall gewinnen.

Inzwischen versucht Microsoft, den Senior Vice President David Colburn von AOL als Informationsquelle für das Gericht zu diskreditieren. Das Unternehmen stellte die Redlichkeit und Vollständigkeit seiner im Oktober 1998 getätigten Zeugenaussage in Frage. Schon damals habe AOL in geheimen Übernahmeverhandlungen mit Netscape gestanden, was eindeutig zeige, daß ein gesunder Wettbewerb auf dem Markt herrsche. Der Prozeß wird voraussichtlich im Juni fortgesetzt.