Cloud Computing auf der CeBIT

IBM liefert Analytics-Dienste aus Frankfurter RZ

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Zum Auftakt der CeBIT 2017 hat IBM neue Analytics- und kognitive Services auf Basis seiner Bluemix-Plattform vorgestellt. Die Cloud-Dienste werden aus dem Frankfurter Rechenzentrum des Anbieters zur Verfügung gestellt.
„Cognitive und Cloud sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagt IBM-Manager Yasser Eissa.
„Cognitive und Cloud sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagt IBM-Manager Yasser Eissa.

Ähnlich wie die Cloud-Rivalen Amazon Web Services (AWS) und Microsoft setzt auch IBM verstärkt auf regionale Data Center, um die noch immer verbreiteten Sicherheitsbedenken gegen eine Cloud-Nutzung auszuräumen. Mit dem Ausbau der Frankfurter Cloud will IBM eine regionale Plattform für Entwickler etablieren, die den Einsatz von Watson-Services für Apps und Anwendungen vereinfachen soll. Das Versprechen der IBM-Marketiers: Der Zugriff auf die Cloud-Plattform in Frankfurt ermögliche es Organisationen, ihre Daten lokal zu speichern und zu verarbeiten. Das gewährleiste nicht nur mehr Kontrolle über das eigene Wissen, sondern auch ein digitales Datenmanagement, das Vorgaben zu Datenschutz und gesetzlichen Richtlinien erfülle.

In diesem Kontext erweitern kognitive Services wie Personality Insights oder Tone Analyzer das IBM-Portfolio für die Verwendung in intelligenten Anwendungen. Insbesondere europäische und deutsche Unternehmen könnten vom Cloud-Ausbau profitieren, wirbt der Anbieter. Entwickler etwa würden in die Lage versetzt, direkt auf "kognitive APIs" (Application Programming Interface) zuzugreifen. IBM verweist unter anderem auf eine IDC-Studie, der zufolge die Hälfte aller Entwickler-Teams bis zum Jahr 2018 intelligente Algorithmen in ihre Apps einbauen will.

Cloud-Ausbau in Frankfurt

Kognitive Services ließen sich heute eigentlich nur noch aus der Cloud effizient bereitstellen, erklärte IBM-Manager Yasser Eissa auf der CeBIT. Er leitet den Bereich IBM Cloud & Cognitive für den europäischen Markt. "Cognitive und Cloud sind zwei Seiten derselben Medaille." Das Rechenzentrum in Frankfurt bilde neben Dallas, Sidney und London nun die vierte Region, aus der IBM Bluemix-Public-Services anbiete.

Weiterbilden für die Digitalisierung! - Foto: agsandrew/shutterstock.com

Weiterbilden für die Digitalisierung!

Zu den ersten Kunden im deutschen Markt gehört das mittelständische Unternehmen JAB ANSTOETZ. CIO Patrick Kosche will über Bluemix-Dienste mit Watson-Technik unter anderem Kundenpräferenzen auswerten. Geplant sei außerdem, mithilfe von Bluemix aus der Frankfurter IBM-Cloud den neuen JAB Marketplace auszubauen und ihn international zu etablieren. Beim unternehmenseigenen Startup Sarah & Sue seien die IBM-Dienste bereits im Einsatz, so Kosche.

IBM unterzeichnet Verhaltenskodex für Cloud Security

In Sachen Datenschutz und Datensicherheit sieht sich IBM als Vorreiter und hat als einer der ersten Anbieter den Verhaltenskodex "European Code of Conduct for Cloud Service Providers" unterzeichnet. Unternehmen verpflichten sich damit, dass ihre Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien nicht nur rechtskonform sind, sondern über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen. Grundsätzlich umfasst der Kodex Infrastruktur, Plattformen und Software-as-a-Service-Angebote. IBM hat zunächst für seine SoftLayer- und Bluemix- Infrastrukturdienste unterzeichnet. Weitere Bereiche sollen folgen.