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IBM legt Prozess um Geburtsschäden außergerichtlich bei

03.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Computerkonzern IBM hat in einem aktuellen Prozess um Geburtsschäden bei der Tochter einer ehemaligen Mitarbeiterin eine außergerichtliche Einigung erzielt.

Die Anwälte von Candace Curtis hatten Big Blue am obersten Gerichtshof des Bundesstaats New York auf 100 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Sie machten IBM dafür verantwortlich, dass die Tochter von Heather Curtis mit Gehirnschäden und ohne Kniescheiben auf die Welt kam. Die Geburtsschäden durch Chemikalien ausgelöst worden sein, denen die Mutter während ihrer Tätigkeit in einer IBM-Chipfabrik in Fishkill, New York, im Jahr 1980 ungeschützt ausgesetzt war.

Finanzielle Details des Vergleichs wurden nicht bekannt. Ein IBM-Sprecher erklärte lediglich, das Unternehmen gehe davon aus, nicht für die Schäden verantwortlich zu sein. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein kalifornisches Geschworenengericht die Schadensersatzklage von zwei an Krebs erkrankten Ex-Mitarbeitern abgewiesen (Computerwoche.de berichtete). Die Anwälte in San Jose hatten es nicht leicht in diesem Prozess. Sie mussten nicht nur den direkten Zusammenhang zwischen dem Krebs und den in der Fertigung bei IBM eingesetzten Chemikalien beweisen, sondern außerdem belegen, dass der Konzern seine Mitarbeiter über die Gesundheitsrisiken belogen hatte. Insgesamt sind weitere 50 Fälle vor Gericht anhängig, in denen von IBM Schadensersatz gefordert wird. (mb)