Microsoft versus Open Source

IBM lässt Windows und Linux auf den Supercomputer

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Im bislang von Linux dominierten Markt für High-Performance-Computing (HPC) kann Microsoft einen Erfolg verbuchen. IBM offeriert einen Supercomputer mit Dual-Boot-Option für Windows und das Open-Source-Betriebssystem.

Für ein Konsortium aus schwedischen Universitäten hat IBM einen der leistungsstärksten Multiprozessor-Server gebaut, der sowohl unter Linux als auch unter Windows starten kann. Den Herstellerangaben zufolge arbeitet das Blade-System mit 5376 Xeon-Quadcore-Prozessoren von Intel, die jeweils mit 2,5 GHz getaktet sind. IBM nutzt eine Betaversion des Windows HPC Server 2008.

Nach der aktuellen Top 500-Liste der leistungsstärksten Supercomputer laufen derzeit rund 85 Prozent aller Systeme unter Linux. Der Anteil von Windows fällt mit weniger als zwei Prozent mager aus. "Microsoft ist schon seit drei Jahren am HPC-Markt interessiert", kommentiert IDC-Analyst Earl Joseph die Entwicklung. Bislang sei es der Windows-Company aber nicht gelungen, in diesem Segment stark zu wachsen. Mit der Dual-Boot-Strategie der Microsoft-Marketiers könnte sich das womöglich ändern.

Der gestern vorgestellte IBM-Server würde es mit einer Rechenleistung von 46 Teraflops (46 Billionen Fließkomma-Berechnungen pro Sekunde) unter die 50 schnellsten Rechner der Welt schaffen - zumindest nach der derzeit gültigen Top-500-Liste. Auf der International Supercomputing Conference in Dresden wollen die Initiatoren diese Woche ein aktualisiertes Ranking vorstellen.