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IBM "kurz" vor Antwort an SCO

01.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gerüchtehalber stehen die Juristen bei IBM kurz vor der Veröffentlichung einer offiziellen Antwort auf die Klage der SCO Group wegen Verletzung ihres reklamierten Unix-Copyrights. "Computerwire" berichtet unter Berufung auf Insider, Big Blues Anwort könnte bereits in der kommenden Woche beim zuständigen Bezirksgericht in Utah eingereicht werden.

SCO hatte seine März eingereichte Klage im Juni deutlich erweitert und den geforderten Schadenersatz von zuvor eine auf dann drei Milliarden Dollar hochgeschraubt - jeweils eine für Vertragsbruch, Verstoß gegen eine von Sequent (das IBM übernommen hatte) erworbene Unix-Lizenz sowie wegen unfairen Wettbewerbs. Darüber hinaus fordert SCO noch wegen anderer Tatbestände weiteren Schadenersatz in nicht bezifferter Höhe. Die Klage hatte SCO eingereicht, nachdem IBM zuvor zu keiner gütlichen Einigung bereit gewesen war. Später entzog das Unternehmen IBM dann noch, was aus seiner Sicht die Lizenz zur Nutzung von Unix darstellt.

SCO Vorgehen hat derweil bereits einen hochrangigen IBM-Manager zu der unüberlegten Äußerung verleitet, es gebe "eine Gruppe von Mächten" die daran interessiert seien, Linux aus der Bahn zu werfen. Al Zollar, der frühere Lotus-Chef und inzwischen Leiter der Midmarket Server Division ("iSeries"), erklärte im Rahmen einer Konferenz in Australien mit offensichtlicher Anspielung auf Microsoft, diese Mächte säßen "hauptsächlich in Redmond, obwohl sie ein paar Verbündete rekrutiert haben." Eine IBM-Sprecherin beeilte sich angesichts dieser Unterstellung zu versichern, dies sei Zollars ganz persönliche Meinung und der Konzern habe zu keinem Zeitpunkt öffentlich zu Microsoft und SCO Stellung genommen. (tc)