Web

 

IBM kündigt Atlantic-Tools und Open-Source-Pläne an

20.07.2004

IBM hat auf der IBM Rational Software Development User Conference in Grapevine, Texas, ein kommendes Update ("Atlantic") für das Tools-Portfolio von Rational und IBM vorgestellt und angekündigt, einige Produkte demnächst unter Open-Source-Lizenz zu stellen.

Atlantic, das nächste größere Release der IBM Software Development Platform, soll im Laufe des Jahres erscheinen. Der Schwerpunkt der Weiterentwicklung liegt laut Mike Devlin, General Manager of Rational Software, auf den Bereichen Modeling und Testing sowie Remote Clients. Geplant ist unter anderem ein neuer "Clearcase"-Client, der (räumlich entfernten) einzelnen Entwicklern die Mitarbeit in einem Team ermöglichen soll.

Atlantic wird verstärkt auf die Arbeiten der Open-Source-Tool-Initiativen Eclipse und Hyades zurückgreifen und neue Techniken wie Java Server Faces (JSF), Service Data Objects oder UML-2.0-Modeling sowie Echtzeit-Deployment nach Websphere unterstützen. Teil der neuen Suite sind unter anderem "Websphere Studio Device Developer 5.7", mit dem Entwickler Unternehmensapplikationen auf unterschiedliche Endgeräte bringen können, sowie "Workplace API Toolkit", "Workplace Builder" und "Workplace Designer" für die Entwicklung von Rich-Client-Lösungen. Ferner stellte Big Blue auf der Rational-Konferenz Interoperabilitäts-Tools für Eclipse und .NET Winforms, einen "Reflexive User Interface Builder", eine Vorabversion von "Optimalgrid" und die "Rational Functional Test Extension for Terminal-based Applications" vor.

Buell Duncan, General Manager of Developer Relations in IBMs Software Group, stellte auf der Hausmesse außerdem "signifikante" Ankündigungen in Sachen Open Source in Aussicht. Welche Produkte IBM quelloffen bereitstellen wird und wann genau dies geschehen soll, wollte der Manager allerdings noch nicht verraten. Details sollen in den kommenden Wochen folgen. Seit längerem kursiert das Gerücht, Big Blue wolle sein Websphere-IDE (Integrated Development Environment) öffnen.

IBM steht seit einiger Zeit in der Kritik, weil es einerseits den Einsatz von Linux auf seinen Servern und bei Global Services pusht und von Sun die Quellöffnung von Java fordert, auf der anderen Seite aber bislang nicht größere Teile der eigenen Software als Open Source bereitstellt (was man angesichts von Eclipse, das zu großen Teilen auf IBM-Code basiert, nur bedingt nachvollziehen kann). Duncan erklärte dazu: "IBM wird in den kommenden Wochen bedeutende Ankündigungen bezüglich Produkten machen, die wir der Open-Source-Gemeinde übergeben. Dies ist eine Straße mit Gegenverkehr." (tc)