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IBM kooperiert mit größtem chinesischen Rivalen von Lenovo

14.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ausgerechnet mit Great Wall Computing, in China der schärfste Computerkonkurrent von Lenovo, hat IBM eine bereits seit 1998 bestehende Partnerschaft erneuert und auf eine neue Basis gestellt. Dieses Joint Venture ist insbesondere im Licht der Vereinbarung mit Lenovo, Chinas größtem PC-Hersteller, von einiger Pikanterie.

Seit sechs Jahren schon unterhält IBM mit Great Wall Computing das Joint Venture International Information Products Corp. (IIPC). Dort wurden "Netfinity"-Server hergestellt. IIPC produzierte zudem die PC-Familien "Aptiva" und "Thinkpad".

Jetzt hat IBM mit Great Wall Computing ein Joint Venture kreiert, um dort Server zu bauen. Das Unternehmen heißt International Systems Technology Company (ISTC) und ist im wesentlichen eine Ummodelung der bestehenden IIPC. In dieser werden heute "Tinkpad"-Notebooks, Server und andere Rechner produziert.

Das Pikante an der Konstellation ist, dass nach dem Lenovo-IBM-Deal Lenovo nun direkt Einfluss auf das ISTC-Werk in Shenzhen nehmen kann - ein Computerkonzern hat somit Zugriff auf die Fabrikationsstätten seines direkten Konkurrenten. Nach den bislang vorliegenden Informationen wird IBM den bisherigen Anteil von Great Wall an dem ehemaligen Joint Venture IIP übernehmen und an Lenovo weiter verkaufen. Big Blue selbst wird 80 Prozent an ISTC halten. (jm)