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IBM kauft und kauft und ...

26.01.2006
Der weltgrößte IT-Anbieter bleibt seiner Tradition treu und akquiriert im Monatsrhythmus Unternehmen für seine Softwaresparte.

Das jüngste Ziel von Big Blues Übernahmeabsichten ist der Softwareanbieter CIMS Lab. Finanzielle Details des Geschäfts wurden nicht bekannt gegeben. Mit den Lösungen von CIMS Lab lässt sich der Verbrauch von IT-Resourcen messen sowie die entsprechenden Kosten ermitteln. Dabei greift das Software-Tool Nutzungsdaten aus verschiedenen Infrastrukturquellen wie Servern, Speichern, Netzwerk, sowie Betriebssystemen, Datenbanken und Applikationen ab. Die Lösung kann auch zusammen mit Virtualisierungstechniken eingesetzt werden.

Unternehmen erhielten damit einen besseren Überblick, wie IT-Resourcen genutzt würden, erläuterte Al Zollar, General Manager von IBMs Tivoli-Division, die Hintergründe der Akquisition. Zudem könnten die Anwender mit der CIMS-Labs-Lösung ihre IT-Kosten besser kontrollieren. Dies bilde ein Schlüsselelement in Sachen IT-Service-Management. Bislang sei es meist sehr aufwändig, die Nutzungskosten von IT-Infrastruktur zu ermitteln, weil die entsprechenden Daten in der Regel manuell über die verschiedenen Plattformen und Systeme hinweg eingesammelt und ausgewertet werden müssten.

Big Blue wird CIMS Labs seiner System-Management-Sparte Tivoli zuschlagen. Die Tools sollen separat wie auch im Bundle mit den eigenen Virtualisierungs-Produkten verkauft werden. Der im kalifornischen Roseville ansässige Softwarehersteller versorgt rund 170 Kunden weltweit mit seinen Tools. Die Übernahme ist bereits die zwölfte seit Anfang 2005. Damit setzen die Armonker ihre Strategie fort, Lücken im Software-Portfolio nicht selbst zu stopfen, sondern über Akquisitionen auszufüllen (siehe auch: Steve Mills, IBM: Kunden zahlen nicht nur für den Code).

Mit der Stärkung seiner Virtualisierungssparte hofft IBM, sich einen Anteil an einem viel versprechenden Markt zu sichern (siehe auch: Virtualisierung - Rechenleistung aus dem großen Topf). IDC zufolge werden die Ausgaben der Anwender für Virtualisierung bis 2009 weltweit auf rund 15 Milliarden Dollar steigen. Diese Prognose ruft jedoch auch die Konkurrenten auf den Plan. So hat sich im vergangenen Jahr Hewlett-Packard mit der Übernahme von Peregrine Systems mit einer ähnlichen Technik verstärkt (siehe auch: HP übernimmt Peregrine Systems und AppIQ). CA hatte im vergangenen November angekündigt, seine "Asset-Management-11"-Software mit den notwendigen Mess- und Analysefunktionen aufzurüsten. (ba)