Analyse

IBM kauft sich die Macht im Server-Geschäft

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Mit Sun Microsystems würde sich Big Blue Marktanteile schnappen und seine ärgsten Rivalen unter Druck setzen.

Bisher ist eine Übernahme von Sun durch IBM nicht viel mehr als ein Gerücht. Die Beteiligten schweigen eisern, haben einschlägige Medienberichte aber auch nicht dementiert. Dessen ungeachtet deutet vieles darauf hin, dass der womöglich 6,5 Milliarden Dollar schwere Deal tatsächlich zustande kommt. Die vorliegenden Informationen ergeben ein schlüssiges Bild: Mit Sun würde sich der mit Mainframes und anderen Hochleistungsrechnern groß gewordene IT-Konzern einen wichtigen Konkurrenten einverleiben und seine ohnehin schon starke Position im Server-Markt entscheidend verbessern. Das Nachsehen hätten insbesondere der große Rivale Hewlett-Packard, aber auch andere Server-Anbieter wie die japanische Fujitsu.

Sun-Kunden im Visier

Zu den Schlüsselkunden Suns gehören Unternehmen aus der Finanz- und der Telekommunikationsbranche, die IBM nach einem Wiederanziehen der Konjunktur erhebliche Umsatzzuwächse bringen könnten.

Doch das ist längst nicht alles: Big Blue, wie der zweitgrößte IT-Konzern in der Branche genannt wird, würde auch die Kontrolle über die Kronjuwelen Suns gewinnen: die weltweit auf unterschiedlichsten Rechnerplattformen verbreitete Programmiersprache Java. Zusammen mit den vielfältigen Open-Source-Initiativen beider Hersteller würde ein mächtiges Gegengewicht zum gemeinsamen Rivalen Microsoft entstehen (siehe auch: Was wird aus Java, MySQL und StarOffice?).