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IBM hat es auf EMC-Anwender abgesehen

04.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM hat ein Programm zur Migration von Speichersystemen des Konkurrenten EMC auf hauseigene Produkte angekündigt. Dazu wurden weltweit 100 Consultants speziell auf die Technologie "Piper" geschult. Damit sollen sich während des laufenden Betriebs von Geschäftsanwendungen Daten ohne Unterbrechung von älteren Speichersystemen auf IBM-Shark-Server und FAS-Arrays (Fabric Attached Storage) übertragen lassen. Piper teilt die vom Quellspeicher abgerufenen Daten in zwei parallele Ströme auf, die an den neuen Speicher sowie an den Host-Server geschickt werden, sagte Lou Sciacchetano, Worldwide Vice President of Competitive Sales bei IBM.

Piper sei zwar zu den Systemen aller Speicherhersteller kompatibel, IBM wolle aber hauptsächlich EMC-Anwender gewinnen. Als Grund nennt Sciacchetano deren Verbreitung: "Alte EMC-Speicher sind in mindestens 30.000 Unternehmen installiert." Das Migrationsprogramm gliedert sich in drei Schritte: Evaluation der Infrastruktur beim Kunden, Entwicklung eines Modells und Kalkulation des finanziellen Aufwands sowie Verteilung der neuen Architektur.

IBM nennt als Referenzkunden die Kreuzfahrtgesellschaft Royal Caribbean Cruises und das US-Department of Agriculture. Laut Bob Cosby, verantwortlich für die Systemverwaltung der Finanzabteilung im US-Landwirtschaftsministerium, wurden zwei ältere EMC-Arrays auf Shark-Server von IBM migriert. Die Übertragung von 2,5 Terabyte Daten habe rund 48 Stunden gedauert.

Ein Umstieg sei notwendig gewesen, um neue Techniken wie "Snapshot" nutzen zu können, die Datensicherungen zu jedem Zeitpunkt ermöglichen, ohne geschäftskritische Anwendungen zu beeinträchtigen. An der Ausschreibung des Ministeriums haben sich neben IBM auch HDS (Hitachi Data Systems) und EMC beteiligt, so Cosby. Alle Anbieter seien in Funktionalität und Preis vergleichbar gewesen. Den Zuschlag habe IBM aufgrund eines besseren Angebots an Management-Software bekommen.

Sciacchetano räumte ein, dass IBM auf der Berechnungsbasis Preis pro Megabyte zurzeit nicht günstiger sei als die Konkurrenz. Der Hersteller strebe jedoch an, die Mitbewerber mit dem Gesamtpaket aus Servern, Speicher-Management-Software und Implementierungs-Services auszustechen. (lex)