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IBM gewinnt Großprojekt für Londoner Verkehrsbetriebe

26.10.2007
Von dem Vertrag mit dem neuen Service-Partner IBM verspricht sich der Anwender vor allem wirtschaftliche Vorteile.

IBM hat überraschend einen zwölf Monate andauernden Wettstreit um ein Großprojekt der Londoner Verkehrsbetriebe gewonnen. Der Vertrag, in dem es um Maßnahmen zur Entlastung des öffentlichen Nahverkehrs in London geht, läuft im November 2009 aus. Hauptvertragsnehmer ist der britische IT-Dienstleister Capita, der für Kunden-Services, die Betreuung der Technikplattform sowie Back-Office-Funktionen verantwortlich zeichnet.

Mit dem Abschluss hat IBM nicht nur den bisherigen Partner von Transport for London (TfL), Capita, aus dem Feld geschlagen, sondern auch ein Bewerber-Konsortium unter Leitung des französischen Anbieters Thales Information Systems, dem unter anderem Accenture angehört. Nach den Worten von Graeme Craig, Interimsleiter des Vekehrsprojekts, war das IBM-Angebot "aus wirtschaftlicher Sicht am vorteilhaftesten". Der Vertragswert wurde nicht genannt. Capita rechnet eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr mit einem Umsatz von 60 Millionen Pfund.

Capita hatte den ursprünglich auf fünf Jahre ausgelegten Vertrag über 230 Millionen Pfund im März 2002 unterzeichnet. Im September 2006 wurde der Deal um 22 Monate beziehungsweise 90 Millionen Pfund erweitert. Der Serivceanbieter arbeitet mit einer Reihe von Untervertragsnehmern zusammen.

Die Entscheidung von TfL ist mutig. Die meisten Fällen haben Bedenken, bestehende Verträge nach den Ende der Laufzeit neu auszuschreiben: Den Marktforschern von Datamonitor zufolge bleiben mehr als zwei Drittel der Anwender ihrem IT-Dienstleister nach Ablauf des aktuellen Vertrags treu, weil das wesentlich einfacher ist. Auch das Risiko, dass der fallen gelassene Provider die Übergabe behindert, etwa indem er wichtige Informationen zurückhält, lässt sich so vermeiden. (sp)