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IBM geht in die iSeries-Offensive

20.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM kündigt heute neue "iSeries"-Server an, die teilweise mit dem bereits aus dem Unix-Highend bekannten "Power4"-Prozessor bestückt sind. Flankierend präsentiert der Konzern neue Softwarepakete und Preismodelle, mit denen die hoch integrierten Maschinen ein bis zu 80 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten sollen.

Laut IBM ist die heutige Ankündigung Teil einer auf zwei Jahre angelegten und 500 Millionen Dollar schweren Initiative, die iSeries noch besser auf die Bedürnisse der Kunden zuzuschneiden. Man reagiere damit vor allem auf die Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen, die auf eine flexible und Kosten sparende Infrastruktur angewiesen seien, so Big Blue. Die Neuerungen seien die weitestreichenden im Bereich iSeries (vormals AS/400) seit über zehn Jahren.

Zunächst zur neuen Hardware: Ab dem 21. Februar gibt es insgesamt vier neue Modelle. Das Highend mit der bereits bekannten "i890" (iSeries-Variante des Unix-Pendants "p690" a.k.a. "Regatta) komplettieren die "i825" und "i870". Alle diese Maschinen unterstützen die Betriebssysteme OS/400, Windows, Linux und Unix sowie "On/Off Capacity on Demand" (s.u.). Neu angesiedelt im Lowend sind die Ein- und Zwei-Wege-Server "i800" und "i810", die als Einstiegsmodelle für kleine und mittelständische Unternehmen positioniert werden.

Sein On/Off COD hat IBM aus der Mainframe-Welt entlehnt. Anwender können hier bei Bedarf (Kapazitätsengpass) im laufenden Betrieb zusätzliche Prozessoren zu- und anschließend auch wieder abschalten, wobei nur die tatsächlich genutzte Kapazität bezahlt werden muss. Permanente Erweiterungen der Kapazität sind ebenfalls möglich.

Neu für die iSeries sind zwei vorkonfigurierte Softwarepakete. Die "Standard Edition" unterstützt laut Hersteller alle gängigen Betriebssysteme, COD sowie dynamische logische Partitionierung. Lizenzen für OS/400 und die hauseigene Datenbank DB2 sind bereits enthalten. Die "Enterprise Edition" bietet zusätzlich diverse Middle- und Groupware ("Websphere", "Quickplace" und "Sametime" von Lotus, Tivoli-Systems-Management, Schulungsprogramme). Für die i870 und i890 gehören außerdem Prozessor-Freischaltung für Linux mit bis zu zehn Partitionen pro CPU und ein integrierter xSeries-Server für das zentrale Windows-Management zum Luxuspaket.

Last, but not least gibt es künftig keine interaktiven Beschränkungen für OLTP-Anwendungen (Online Transaction Processing) mit 5250-Terminalzugriff mehr. Dies erleichtere die Erstellung, Implementierung und Verwaltung solcher Applikationen erheblich und ermögliche ein bis zu 80 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, verspricht IBM. (tc)