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IBM feuert weitere Mitarbeiter in Europa

21.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM Global Services macht Tabula Rasa in Europa. Nachdem das Unternehmen kürzlich angekündigt hat, Betriebsstätten in Hannover und Schweinfurt zu schließen und rund 600 Mitarbeiter zu entlassen, folgen nun weitere Hiobsbotschaften aus Schweden und Frankreich. Insgesamt müssen möglicherweise mehr als 2500 Mitarbeiter gehen.

Fred McNeese, Sprecher von IBM Europa bestätigte die Pläne für Deutschland und Schweden, Stellen unter anderem im Helpdesk und Application-Management zu streichen. Einige Aufgaben sollen in Länder außerhalb Europas verschoben werden. "Bislang wurde noch keine Entscheidung getroffen", sagte McNeese.

Zumindest für Deutschland scheinen die Planungen jedoch fortgeschritten: Einige hundert deutsche IBM-Angestellte haben während der CeBIT vor dem Messegelände in Hannover gegen die Entlassungspläne protestiert. Sie werfen dem Unternehmen Betriebsschließung vor, obwohl in Schweinfurt und Hannover Gewinne erzielt werden. Bis zum 30. September sollen Mitarbeiter in Schweinfurt nun diejenigen Kollegen aus Tschechien, Ungarn und China unterweisen, die künftig ihre Jobs übernehmen. IBM begründet diesen Schritt mit den neuen Marktanforderungen. Gemeint ist vermutlich, dass Kunden von ihren Anbieter immer öfter die Quadratur des Kreises fordern: Sie sollen mehr Leistung für weniger Geld bei steigender Qualität liefern.

In Schweden plant IBM, fünf Niederlassungen in Vasteras, Linkoping, Alingsas, Huskvarna, Eskilstuna zu schließen und 538 Mitarbeiter nach Hause zu schicken. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften laufen bereits. IBM hatte dort kürzlich mit dem schwedischen Versicherungsunternehmen Skandia Insurance Company einen wichtigen Kunden verloren. Die Assekuranz bezieht den IT-Betrieb nun von Volvo Information Technology.

In Frankreich stehen Presseberichten zufolge bis zu 2000 Stellen auf dem Prüfstand, IBM bestätigte diese Meldung jedoch nicht. Ein französischer Sprecher räumte lediglich ein, das Unternehmen spreche mit den Gewerkschaften über eine Weiterentwicklung von IBM Frankreich. Bis Mitte April sollen die Verhandlungen mit der Mitarbeitervertretung abgeschlossen sein. "Es ist zu früh, um über Restrukturierungen und weitere Pläne zu diskutieren", sagte der Sprecher. (jha)